Rote Pikanz

27. September 2007, 17:21
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Silvia Prielers Pinot Noir 2005

"Zum Prieler geht man immer erst später." Das hatte Silvia Prieler bereits von vielen Leuten gehört, die sich letztendlich dann doch noch in das Weingut nach Schützen am Leithagebirge wagten und – sieh an, schau her – natürlich völlig unbeschadet, und sicherlich um eine wunderbare Verkostungserfahrung reicher wieder herausgekommen sind.

Irgendwie stimmt es auch: Die wenigsten frisch Wein-Interessierten stürzen sich sofort auf komplexe, strukturierte Blaufränkischen oder setzen sich mit Weißburgunder auseinander, was zum Einen Prielersche Spezialitäten sind und zum Zweiten nicht als Anklage, sondern normaler Entwicklungsschritt im Leben fast jedes Wein-Fans zu sehen ist. Weißburgunder fällt eben nicht mit eindringlicher Aromatik ins Haus, sondern spielt wie speziell im Falle des Prielerschen "Seeberg" und des "Leithaberg weiß", mit viel Tiefgang, ausgeprägter Struktur und viel Mineralik die leise Musik.

Die Prielers sind übrigens nicht nur eine ausgesprochen freundliche Familie, sondern entsprechen dem Begriff Familienweingut im wörtlichsten Sinn. Vater Engelbert Prieler und seine Frau Irmgard haben schon einige Zeit vor den großen Umbrüchen Mitte der 80-er Jahre der Weinqualität gegenüber der Menge den Vorzug gegeben. Man setzt heute vor allem auf Blaufränkisch, Weißburgunder und Chardonnay. Alle drei Kinder sind in den Betrieb integriert: Silvia, als Absolventin der Mikrobiologie, ist gemeinsam mit ihrem Bruder Georg im Keller verantwortlich, Michaela checkt gemeinsam mit Mutter Irmgard Büro und Buchhaltung.

Weißburgunder gehört ebenso wie Chardonnay und Pinot Noir zur Burgunderfamilie, die auf kalkreichen Böden die besten Ergebnisse bringen. Diese Rebsorten haben es auch Silvia Prieler speziell angetan, geeignete Böden waren vorhanden und nach vielen Diskussionen und langen Überlegungen pflanzte sie Pinot Noir – mit beachtlichem Ergebnis. Pinot Noir 2005 ist auf Muschelkalkboden gewachsen und bei aller sehniger Kraft ein finessenreicher Wein, rotfruchtig nach Waldbeeren mit einem Hauch feinem Kakaoaroma. Er hat einige Länge, eine extra gute Balance und zeigt ausgeprägte Sortentypizität mit viel anregender Pikanz. (Luzia Schrampf)

Prieler Pinot Noir 2005
Hauptstraße 181, A-7081 Schützen am Gebirge
Tel. 02684/ 22 29
Prieler
  • Artikelbild
    foto: www.prieler.at
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