Geld für Kilos

28. September 2007, 12:53
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Einfache "Methode" im Kampf gegen Übergewicht: US-Mitarbeiter nehmen gegen Bezahlung schneller ab

Der Zirkus ums Abnehmen mutet manchmal doch recht skurill an: Ist man mehr der Blutgruppen-Diät-Typ oder eignet man sich besser für Trennkost und Low-Carb-Diäten?

Von "gesunden" Live-Kochshows über Reality-Formate, die Eltern belehren, wie sie ihre dicken Kinder durch falsche Ernährung zugrunde richten, bis hin zu unzähligen Abnehmtipps - das Thema Übergewicht scheint derzeit überreizt und erreicht jetzt auch den Arbeitsmarkt.

Geld motiviert

Ungesund hohes Gewicht führt zu häufigeren Arbeitsausfällen. US-Unternehmen wollen gegensteuern. Da die "klassische Gesundheitsvorsorge" kein Idealgewicht garantiert, haben amerikanische Forscher nun im Rahmen einer Studie herausgefunden, was beim Abnehmen den größten Anreiz bietet: Geld.

Diejenigen Probanten, die für ihre Gewichtsreduktion bezahlt wurden, verloren deutlich mehr Gewicht, als die unbezahlten. Nach welcher Methode die Teilnehmer abnehmen wollten, blieb ihnen selbst überlassen.

Gegen Prämien

"Das simple Geldprämien des Arbeitgebers für mehr Bewegung und gesündere Ernährung in unserem Kulturkreis eine nachhaltige Wirkung zeigen, möchten wir bezweifeln." Norbert Heller, Pressesprecher der Uniqua Versicherungen AG kann sich diese Art der Gesundheitsvorsorge in Österreich nicht vorstellen. Sind private Vorlieben wie Rauchen, Sport oder Ernährung tatsächlich Bereiche des gesundheitlichen Allgemeinwohls?

Eingriff ins Privatleben

Wenn der Arbeitgeber die Aufgabe des persönlichen Gesundheitschoaches übernimmt, verschwimmt die Grenze. Gesundheitsdaten werden öffentlich, private Vorlieben ein Teil der Arbeitsmoral. Der Boden zur selbstbestimmten Eigenverantwortung wird dünner und durchsichtiger. Gefragt ist Selbstverständnis zur Eigeninitiative. Und das persönliche Wohlbefinden als Motor zur Motivation. (Sophie Leitner, red, derStandard.at)

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