Road-Kill-Festival

30. September 2007, 18:11
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Am Teller landet, was Opfer der Landstraße wurde. 14. Food Festival in West Virginia verheißt kulinarische Höhenflüge

Marlinton-West Virginia - Es ist bestimmt kein Food-Festival der herkömmlichen Art, das am 29. September in Marlinton/West Virginia zum 14. Mal über die Bühne geht: Das "Road Kill Cook Off" steht ganz im Zeichen jener Kreaturen, die Opfer des Straßenverkehrs geworden sind - oder es rein theoretisch sein könnten. Der beste Koch erhält einen Geldpreis in der Höhe von 600 Dollar. Für die Besucher und Veranstalter im Pocahontas County ist die ungewöhnliche Veranstaltung eine Alternative zum Erntedankfest.

Der Reiz des Besonderen

"Es gab bereits Klapperschlangen, Schildkröten, Murmeltier und Opossum. Jedenfalls nichts wirklich Außergewöhnliches", meint Nancy Smithson, die bisher nahezu alle Road-Kill-Festivals organisiert hat. Seit den ersten Veranstaltungen, bei denen nur drei Köche um das Preisgeld gerungen haben, hat sich der Road Kill Cook Off in der Zwischenzeit bis Australien herumgesprochen, denn von dort kam bereits eine Anmeldung wie Smithson berichtet. "Wir bekommen Besucher, die etwas Besonderes essen wollen." Eines der Gerichte, das den Preis gewonnen hat, hieß "Buffalo Balls" und bestand aus würzigen Bison-Fleischbällchen. Welches Tier es auch sein mag, das beim Festival auf den Grill oder in die Pfanne kommt, die Regeln besagen, dass es nicht notwendigerweise Opfer eines Zusammenstoßes mit einem Straßenfahrzeug sein muss. Auch Tiere wie Schweine, Rinder, Hühner, Pferde, Eichhörnchen, Hasen und Kaninchen, Rehe, Hirsche, Ziegen und Schafe kommen in Betracht.

Wettkochen

Wer sich um die drei Geldpreise bewirbt, muss nicht nur mit einem toten Tier des Weges kommen, sondern auch mit einem fertigen Rezept, indem die zugehörigen Gewürze und die Kochanleitung angegeben werden müssen. Eine Jury begutachtet das mitgebrachte Tier, das bereits gehäutet und gesäubert sein muss, und kontrolliert genau, ob nichts vorgekocht wurde. Der Kochvorgang muss nämlich auf dem Festivalgelände stattfinden. Eine ausgewählte Jury beurteilt die Speisen und ermittelt dann die drei Gewinner. In der Vergangenheit haben etwa Hasen-Bratwürste, in Wein marinierte oder frittierte Klapperschlangen oder Gerichte aus Bären, Elchen, Fröschen und Wildschweinen zwar keinen Preis gewonnen, aber zumindest für Aufmerksamkeit gesorgt.

Nehmen was man kriegen kann ...

"Ganz todernst nimmt man das ganze ja nicht", wie Smithson betont. Es sei ein großer Spaß. Und dass sich mancher Fremde über das seit 1998 existierende Gesetz des Staates West Virginia lustig macht, das erlaubt, überfahrene Tiere mitzunehmen, wenn der Vorfall innerhalb von zwölf Stunden gemeldet wurde, stört auch niemanden. "Das Gesetz wurde ja vor allem für Wild gemacht, weil wenn man ein Eichhörnchen überfährt, bleibt ohnehin nichts übrig außer Knochen und einem Schweif", erklärt Smithson.

Das Road Kill Cook-Off wird gemeinsam mit dem Autumn Harvest Festival in der Innenstadt von Marlinton gefeiert. Neben dem traditionellen Ess-Festival werden zudem lokales Handwerk, Musikaufführungen, eine klassische Auto-Show und eine Landwirtschaftsausstellung präsentiert. (pte)

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    Möglich, dass auch sie auf dem Teller landet, wenn sie es nicht schnell genug über die Straße schafft ...

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