Asiatische Kunst im Dauerhoch

26. September 2007, 20:41
posten

Boom für asiatische Kunst ungebrochen, registrierten vergangene Woche in New York die Auktionshäuser Christie's und Sotheby's

Die unter dem Titel "Asia Week" abgehaltenen Auktionsserien brachten die Kassen zum Klingeln.


New York - Die Vorgabe des Marktführers war gemessen am Frühjahrsreigen gewaltig: Im März dieses Jahres scheffelte Sotheby's in New York mit fünf Sitzungen die gigantische Summe von 89,76 Millionen Dollar zusammen, den höchsten jemals während einer Asia Week eingespielten Umsatz.

Aktuell beläuft sich das Einspielergebnis immerhin noch auf stattliche 61,93 Millionen Dollar - etwas unter den Maximumerwartungen (65,8 Mio.), aber deutlich mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Im September 2006 bilanzierte man mithilfe von nicht weniger als 40 neuen Zuschlagsrekorden mit 45,35 Millionen Dollar.

Ein relevanter Teil des jetzigen Erfolgs von Sotheby's verdankt man dem zum vierten Mal in diesem Umfeld veranstalteten Sale Zeitgenössischer Asiatischer Kunst. Die Nachfrage an chinesischer, koreanischer und japanischer Kunst summierte sich auf 38,44 Millionen Dollar und lag damit um fast zehn Millionen über den Erwartungen (19,2-27,9 Mio. Dollar).

Zum Topkünstler der Woche avancierte neuerlich Zhang Xiaogang, dessen Rekordergebnis gleich zweimal gebrochen werden könnte. Zuerst für eine Arbeit aus Bloodline Series: Comrade von 1995, die entgegen der erwarteten 400.000-600.000 Dollar stolze 2,5 Millionen brachte. Für eine seiner frühen Arbeiten, Chapter of a New Century - Birth of the People's Republic of China von 1992, hatte sich ein anonymer Käufer erst bei etwas mehr als drei Millionen Dollar gegen fünf weitere Konkurrenten durchzusetzen können.

Auch die zum zweiten Mal abgehaltene auf Zeitgenössisches aus Indien und Pakistan spezialisierte Sitzung verlief mit einem Total von 3,2 Millionen Dollar erfreulich, den höchsten Zuschlag erteilte man in Rekordhöhe für Atul Dodiyas Father bei 601.000 Dollar. Auf dem Gebiet angewandter Kunst verführte ein Paar vergoldeter Cloisonné Bronzefiguren aus der Qing Dynasty, Kangxi Periode, einen privaten Sammler zur Zahlung von bis zu 1,12 Mio. Dollar.

Branchenkollege Christie's konnte die eigene Bilanz sowohl im Vergleich zum Herbst des Vorjahres (35 Mio. Dollar) als auch gemessen an den Frühjahrsauktionen (39,56 Mio. Dollar) merklich verbessern: 44,31 Mio. Dollar durfte man Ende vergangener Woche in die Bücher notieren.

Neues Personal

Dazu hatten die Sektionen Japanese & Korean Art (5,26 Mio. Dollar), Fine Chinese Ceramics, Jades & Works of Art (13,3 Mio. Dollar), South Asian Modern & Contemporary Art (1,1 Mio. Dollar) sowie die Sammlung buddhistischer Kunst Indian & Southeast Asian Art (11,6 Mio. Dollar) beigetragen.

Zeitgleich veröffentlichte man personelle Änderungen in diesem strategisch wichtigen Geschäftsraum: In Singapur übernimmt Tang Wen Li die Christie's-Repräsentanz und Sashim Parmanand, zuletzt im Filmbusiness tätig, zeichnet von Hongkong aus künftig für Strategie und Geschäftsentwicklung im asiatischen Raum verantwortlich. Aktuell freute man sich, das gemessen am deponierten Gebot wohl wertvollste Objekt einem Besitzerwechsel zugeführt zu haben: Die im 12. Jahrhundert in China ausgearbeitete vergoldete chinesische Figur Accuoye Guanyin stolzierte erst für 1,95 Millionen Dollar aus dem Saal.

An den aktuellen Umsatzergebnissen gemessen hat Sotheby's bei den Asia Weeks ganz klar die Führung. In der Sparte Zeitgenössischer Asiatischer Kunst hat aber Christie's die Nase vorn. Allein im Frühjahr 2007 verteilte man Kunst im Gegenwert von 89,7 Millionen Dollar.

Im Herbst folgt jetzt die nächste und angesichts eines Erwartungsvolumens von rund 50 Millionen Dollar viel versprechende Tranche. Zu den wichtigsten Terminen gehört der Londoner Evening Sales in der Kategorie Contemporary (15. Oktober) sowie der New Yorker Post War & Contemporary-Reigen (13. & 14. November).

Vom 25. bis 27. November werden dann noch über die Niederlassung in Hongkong neben Zeitgenössischem eine Privatsammlung exquisiter Jadeobjekte verteilt. (Olga Kronsteiner / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.9.2007)

  •  Für umgerechnet 1,39 Millionen Euro sicherte sich laut Christie's eine "Europäische Institution" diese aus dem 12. Jahrhundert stammende chinesische Figur.
    foto: christie's

    Für umgerechnet 1,39 Millionen Euro sicherte sich laut Christie's eine "Europäische Institution" diese aus dem 12. Jahrhundert stammende chinesische Figur.

Share if you care.