IOM sieht drastische Verschlechterung der Situation von Flüchtlingen - 2,25 Millionen Menschen leben nicht mehr in Heimatort
Genf - Die Lage für irakische Flüchtlinge im eigenen
Land wird nach Einschätzung der Internationalen Organisation für
Migration (IOM) immer dramatischer. Rund 2,25 Millionen Menschen im
Irak lebten nicht mehr an ihrem Heimatort, sagte die für irakische
Flüchtlinge zuständige IOM-Expertin Dana Graber Ladek am Mittwoch in
Genf. Mehr als 1,8 Millionen davon hätten keinen direkten Zugang zu
Essensrationen, die von der Regierung ausgegeben werden.
Jede/r vierte lebt in Lagern
"Der Irak erlebt unbestreitbar die schlimmste Vertreibungskrise
seiner Geschichte, und das ist die schlimmste Flüchtlingskrise, die
die Region seit 1948 gesehen hat", sagte Graber Ladek. Rund 18
Prozent der Flüchtlinge kämen bei Verwandten unter, jeder vierte lebe
in Lagern, Militärkasernen oder verlassenen Gebäuden. Mehr als ein
Drittel habe keinen Zugang zu ärztlicher Versorgung.
Wechsel in "einheitliche Strukturen"
"Die Menschen fliehen, weil sie um ihr Leben fürchten." Sie
wechselten von religiös-gemischten Wohngebieten in einheitliche
Strukturen. Fast 90 Prozent der Vertreibungen hätten mit religiösen
Motiven zu tun. Steigende Mieten erschwerten es zusätzlich, neue
Unterkünfte zu finden. Seit dem Sturz Saddam Husseins flohen außerdem
rund zwei Millionen Iraker aus dem Land, meist nach Syrien und
Jordanien. (APA/dpa)