Gericht drängt auf schnelle Lösung in SAP/Oracle-Streit

27. September 2007, 17:45
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Richter setzt Termin für Verhandlungsbeginn über angebliche Industriespionage mit 9. Februar fest

Im Rechtsstreit zwischen den beiden Softwarekonzernen SAP und Oracle drängt das Gericht auf eine rasche Lösung. Bei einer öffentlichen Anhörung vor dem Bezirksgericht für Nord-Kalifornien legte Richter Martin Jenkins am Dienstag den Beginn der Verhandlung über angebliche Industriespionage auf den 9. Februar 2009 fest. Das ist mehr als ein halbes Jahr früher als von Oracle vorgeschlagen. Der US-Konzern hatte erklärt, er benötige 18 Monate, um sich auf den Prozess vorzubereiten. Beide Parteien forderte der Richter dazu auf, über eine außergerichtliche Einigung nachzudenken.

Schwerwiegend

Das Gericht ließ nicht erkennen, als wie schwerwiegend es die gegen SAP erhobenen Anschuldigungen einstuft. Oracle wirft dem weltgrößten Hersteller von Unternehmenssoftware Industriespionage vor. Aus Sicht von SAP handelt es sich aber nicht um den von Oracle beklagten "unternehmerischen Diebstahl in großem Stil", sondern um eine kleinere Lizenzangelegenheit. Die Klage bildet den Höhepunkt eines mit harten Bandagen ausgefochtenen Kampfes um Marktanteile.

Streit

Die deutsche Softwarefirma hatte zugegeben, ihre US-Tochterfirma TomorrowNow habe in einigen Fällen "unangemessen" auf Daten von Oracle zugegriffen. SAP bestreitet allerdings, mit dem herunter geladenem Material eine illegale Datenbank angelegt zu haben. TomorrowNow bietet Dienstleistungen für Kunden an, die Software von Firmen wie PeopleSoft, JD Edwards und Siebel nutzen. Diese Anbieter waren Teil der 20 Mrd. Dollar (14,2 Mrd. Euro) teuren Einkaufstour von Oracle in den vergangenen Jahren.

Schaden

In einer ersten Einschätzung erklärte der Richter, es scheine, dass sich SAP anhand der vorliegenden Daten ein gewisses Fehlverhalten nachweisen lasse. Allerdings könnte der Prozess darauf hinauslaufen, abzuschätzen, welcher Schaden Oracle dadurch entstanden ist, dass ein Programms zur Behebung von Problemen bei der Sommerzeitumstellung unerlaubt genutzt wurde, sagte Jenkins. Andererseits erklärte er, dass das Herunterladen der Daten möglicherweise in einem Übereinkommen zwischen der Tochter und SAP geschehen sein könnte.(APA/Reuters)

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