Greenpeace warnt vor Dosen-Tunfisch illegaler Herkunft

2. Oktober 2007, 20:19
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Den Armen "vom Teller gestohlen": Piraten-Fischer bei illegalen Fängen überführt - Atún Campos, Cravilla, Bachi, Atun Real, Calvo und Sargona unter fraglichen Marken

Greenpeace warnt davor, dass illegal gefangener Tunfisch aus dem Pazifik in europäischen Supermärkten verkauft werden könnte. In den letzten Monaten wurden immer wieder Tunfisch-Fänger bei illegalen Fängen überführt. Diese Schiffe gehören zu den spanischen Tunfisch-Verarbeitern Albacora, Calvopesca und Conservas Garavilla SA sowie dem ecuadorianischen Unternehmen Nirsa SA. Der illegal gefangene Fisch wird als Dosen-Tunfisch in den Supermärkten der meisten Länder Europas angeboten, einschließlich Österreich, Deutschland, Spanien, Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden.

"Diese Firmen bedienen alle den EU-Markt und ihren Tunfisch-Produkten in unseren Supermarkt-Regalen ist derzeit nicht zu trauen. Deshalb fordern wir alle heimischen Supermärkte auf, den Verkauf jeglicher Produkte von Albacora, Calvopesca, Nirsa und Conservas Garavilla zu stoppen, um sich nicht zu Komplizen der illegalen Fischerei zu machen", warnt Greenpeace-Meeresexpertin Antje Helms. "Überdies muss der Einzelhandel eine volle Rückverfolgbarkeit aller Fischprodukte und Meeresfrüchte gewährleisten, damit solche Fälle in Zukunft ausgeschlossen werden können", so die Forderung von Greenpeace.

Die fraglichen Marken

Die fraglichen Tunfisch-Dosen werden unter den Markennamen Atún Campos, Cravilla, Bachi, Atun Real und Calvo, aber auch unter verschiedenen Eigenmarken gehandelt. Dazu zählt auch das in Österreich erhältliche Lidl-Produkt der Marke Sargona, das in Ecuador von der Firma Nirsa SA produziert wird. Zwei weitere Tunfisch-Dosenprodukte der Marken Nixe und Almare stammten noch im Juni ebenfalls aus dubioser ecuadorianischer Produktion, werden aber inzwischen laut Dosen-Kennzeichnung von anderen Quellen bezogen.

Gutes Geschäft

Die Piratenfischerei ist ein lukratives Geschäft, das weltweit rund sieben Milliarden Euro pro Jahr einbringt. Da die Tunfischbestände weltweit stark abnehmen, dringen die Piratenfischer auf der Suche nach den letzten Beständen inzwischen auch in nationale Gewässer vor. So werden jedes Jahr rund 300.000 Tonnen Tunfisch aus dem Pazifik geraubt, wobei vor allem kleine Inselstaaten wie die Cook-Inseln, Französisch-Polynesien, Mikronesien und Kiribati betroffen sind, die ihre Hoheitsgewässer nicht ausreichend kontrollieren können.

"Spanische Firmen verkaufen gestohlenen Fisch an europäische Supermärkte. Und die Konsumenten in Österreich haben keine Ahnung davon, dass der Tunfisch auf ihrer Pizza den ärmsten Menschen dieser Welt buchstäblich vom Teller gestohlen wurde", erklärt Antje Helms. (red)

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    Greenpeace rät zur Vorsicht beim Kauf von Dosentunfisch

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