Twitter: Das Netzgezwitscher breitet sich aus

3. Oktober 2007, 10:54
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Rund eine halbe Million Benutzer - Erfolg der Unterhaltungen steigt immer weiter

Mehr als ein Jahr nach der Gründung von twitter.com haben dort rund 500.000 Nutzer ihr "Mikro-Blog" eingerichtet. Mittlerweile wird nicht nur "gezwitschert", auch gehaltvollere Anwendungen lassen sich langsam erkennen.

"What are you doing?"

Das Twitter-Prinzip ist einfach: Über eine Webseite, einen Instant Messenger oder per SMS werden kurze Texte an den Dienst geschickt. Dort erscheinen diese Botschaften sofort auf einer persönlichen Webseite. Die Anmeldung für den Webservice ist kostenlos und mit wenigen Mausklicks erledigt. Dann fragt Twitter: "What are you doing?"

Sinn

Entsprechend schlicht und alltäglich sind die Antworten auf den Twitter-Seiten. Diese sind zwar sofort öffentlich, aber oft nur für bestimmte Leute gedacht. Denn mithilfe von Twitter (bedeutet so viel wie Gezwitscher) kann man Freunde und Bekannte auf dem Laufenden halten: Anstatt jedem einzelnen eine SMS zu schicken, erledigt das der Twitter-Dienst, sofern die Freunde dort ebenfalls registriert sind. Einen "Tweet" über das Internet abzusetzen, ist kostenlos. Vom Handy aus fallen die Kosten für eine SMS ins Ausland an.

Publikum

Twitter wird aber nicht nur für kleine private Mitteilungen an Freunde genutzt, sondern auch für Botschaften ans weltweite Internetpublikum. So teilt der demokratische Präsidentschaftsbewerber Barack Obama in den USA allen Interessenten mit, dass er gerade "mit den Einwohnern von Sunapee, New Hampshire, ein Eis genießt". Twitter hat sich zum aktuellen Nachrichtenmedium gemausert.

Tools

Die Suchmaschine TwitDir listet 945 Einträge mit "News" auf, darunter die "Breaking News" von CNN und BBC. Auch die österreichischen Medien sind unter dem Begriff "AT News" vertreten. Eine Schlagzeile macht den User neugierig und fordert ihn zum Anklicken der Homepageadresse auf, um den gesamten Artikel zu lesen.

Rund um Twitter ist eine Vielzahl von Widgets, Mashups und anderen kleinen Software-Tools oder Web-Anwendungen entstanden. Da gibt es etwa bei twitterfeed.com die Möglichkeit, die eigene Twitter-Seite mit dem Inhalt von RSS-Feeds aus unterschiedlichen Quellen zu füllen. Mehrere Webanwendungen verbinden die Twitter-API, also die frei verfügbare Software-Schnittstelle zu diesem Dienst, mit der Schnittstelle für die Google-Maps.

Verfolgung

Auf twittervision.com kann man so nahezu in Echtzeit verfolgen, wo auf der Erde gerade welche Aussage gezwitschert wird. Auch gibt es schätzungsweise mehr als 100 Internet-Dienste, die das Twitter-Prinzip übernommen und beispielsweise auf bestimmte Länder angepasst haben. Aufpassen sollte man nur, dass man nicht auf die Liste der "Twitterholics" gerät: Wer dort auftaucht, ist von akuter Kommunikationsüberlastung bedroht. (AP)

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    screenshot: derstandard.at
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