Yasuo Fukuda zum neuen japanischen Regierungschef gewählt

25. September 2007, 14:47
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Parlament bestätigte Liberaldemokrat als Nachfolger von Shinzo Abe - 71-Jähriger musste 2004 als Minister zurücktreten, weil er keine Pensionsbeiträge gezahlt hatte

Tokio - (APA/dpa) - Der gemäßigt konservative Yasuo Fukuda ist neuer japanischer Ministerpräsident. Der 71-Jährige wurde am Dienstag erwartungsgemäß vom Unterhaus des Parlaments zum Nachfolger von Shinzo Abe gewählt. Es wurde erwartet, dass Fukuda noch im Tagesverlauf sein Kabinett vorstellt. Medienberichten zufolge dürfte es jedoch keine großen Veränderungen geben. Fukudas Vorgänger Abe hatte erst vor einem Monat das Kabinett umgebildet.

Kabinett zurückgetreten

Der neue Chef der Liberaldemokratischen Partei und Ministerpräsident Japans, Yasuo Fukuda (71), absolvierte ein Wirtschaftsstudium und arbeitete zunächst 17 Jahre für eine japanische Ölfirma, davon zwei Jahre in den USA. Später wurde er politischer Assistent seines Vaters Takeo Fukuda, der von 1976 bis 1978 japanischer Ministerpräsident war.

Indessen ist auch das japanische Kabinett geschlossen zurückgetreten und hat damit den Weg für die Wahl von Yasuo Fukuda zum neuen Regierungschef freigemacht.

Zahlungen in die Rentenkasse unterschlagen

1990 wurde Fukuda erstmals in ein politisches Amt gewählt. Diplomatische Erfahrungen sammelte er während seiner Zeit als Kabinettsminister und Regierungssprecher unter dem Vorgänger des derzeitigen Ministerpräsidenten Shinzo Abe, Junichiro Koizumi. 2004 trat Fukuda überraschend zurück. Zuvor hatte er eingeräumt, Zahlungen in die Rentenkasse unterschlagen zu haben. Insider sagten damals, tatsächlich sei sein Rücktritt auf Streitigkeiten mit Koizumi zurückgegangen.

Außenpolitisch hat sich Fukuda stets für eine Verbesserung der historisch schwer belasteten Beziehungen zu China und Südkorea eingesetzt. Er befürwortet wie Abe eine enge Zusammenarbeit mit den USA und will die Marine-Unterstützung des japanischen Militärs für die US-geführte "Operation Enduring Freedom" in Afghanistan über den 1. November hinaus verlängern. Die Opposition, die die zweite Parlamentskammer (Oberhaus) kontrolliert, ist allerdings dagegen. Im Streit mit Nordkorea um dessen Atomprogramm will Fukuda einen gemäßigten Ton anschlagen. (APA/Reuters)

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    Yasuo Fukuda konnte sich gegen den ultrakonservativen Ex-Außenminister Taro Aso durchsetzen.

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