Kurze Halbwertszeit von Handys

21. September 2007, 09:52
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60 Prozent aller Österreicher machen sich Sorgen über den Klimawandel, trotzdem gehen sie mit Konsumgütern verschwenderisch um.

Dies zeigt eine Umfrage von WWF und Ebay Österreich. Gemeinsam starten sie daher die Offensive "Sinnvoll wiederverwenden".

Gerätschaft

Bei Handys, Computern und anderen elektronischen Geräten zeigen sich die Österreicher recht erneuerungsfreudig. Beinahe zwei Drittel von ihnen wechseln ihr Handy innerhalb von drei Jahren und 15,1 Prozent geben an, ihr Mobiltelefon sogar jedes Jahr gegen ein neueres Modell zu tauschen. Auch den eigenen PC nutzen viele Österreicher (29 Prozent) nur maximal bis zu drei Jahre, MP3- und CD-Player tauschen 36 Prozent nach höchstens drei Jahren aus.

Dabei sind sehr viele elektronische Produkte, die durch Neuwaren ersetzt werden, noch voll funktionsfähig. 75 Prozent der Spielkonsolen, 64,8 Prozent der PCs bzw. Laptops, 60,4 Prozent der Mobiltelefone und 55,8 Prozent der Fotoapparate werden ersetzt, obwohl sie noch einwandfrei funktionierten, zeigt eine Untersuchung im Auftrag von WWF und Ebay Österreich.

Rohstoffe

Das mag zwar die Erzeuger der Geräte freuen, die Umwelt aber nicht. Denn in den Geräten stecken wertvolle Rohstoffe, die dadurch oft im Müll landen oder ungenutzt liegen bleiben und unseren "ökologischen Fußabdruck" (ein Maß dafür, wie stark der menschliche Ressourcenverbrauch die natürlichen Kapazitäten der Erde beansprucht) vergrößert.

Der Kauf neuer Geräte soll auch weiterhin niemand genommen werden. Für viele dieser gebrauchten Alltagsgegenstände gibt es aber mittlerweile im Internet durchaus einen Sekundärmarkt und interessierte Abnehmer. Auch wenn das Verkäufer- und Käuferinteresse dabei vorrangig ökonomischer Natur ist, kann auch die Umwelt davon profitieren. "Gebrauchte Produkte, die funktionieren, bringen etwa dem Verkäufer Erlös und gleichzeitig werden durch die Wiederverwendung natürliche Ressourcen geschont", macht Alberto Sanz, Geschäftsführer von Ebay.at deutlich.

Aufzeigen

Mit einer gemeinsamen Kampagne wollen die weltgrößte Umweltorganisation und der weltweit größte Online-Marktplatz daher aufzeigen, dass sich Kauf und Wiederkauf von gebrauchten Produkten positiv auf die Umwelt auswirkt. Auf dem eBay-Portal gibt es zur Schärfung des Umweltbewusstseins Informationen darüber, wie viel Ressourcen etwa für die Herstellung eines Notebooks benötigt werden - nach WWF-Berechnungen sind es immerhin 398 Kilogramm Rohstoffe. Aufgezeigt wird auch, bei welchen Produkten der Kauf von gebrauchten Produkten ökologisch sinnvoll ist, und bei welchen nicht (etwa Strom fressende alte Gefriertruhen).

Zwar kann es passieren, dass man auch beim Kauf eines gebrauchten Handys hereinfällt, weil es nicht funktioniert. 96 Prozent der Befragten hätten sich jedoch über die zuletzt gebraucht gekauften Produkte "zufrieden" geäußert, sagt Sanz. (kat, Der Standard/Printausgabe vom 21.9.2007)

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