Endlich schaumgebremst

28. September 2007, 16:21
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Die ungarischen Umweltaktivisten stellen den grenzüberschreitenden Streit wegen des Schaums auf der Raab vorläufig ruhend

Denn, so ihr Eindruck, Österreich tue endlich wirklich etwas. Die anderen Streitpunkte - Salzbelastung, Müllverbrennung - bestehen aber weiter.

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Szentgotthárd - Pronas, die Bürgerinitiative "Pro Natura Szentgotthárd", sendet erstmals ein positives Signal über die Grenze nach Österreich. Nach langer Zeit heftiger Auseinandersetzungen habe man endlich, so pronas-Sprecher Zoltán Woki, ein positives Signal von der anderen Seite der Grenze empfangen.

Eine der Gerbereien, die für die Schaumbildung auf der Raab bei Szentgotthárd verantwortlich ist, die Firma Boxmark im steirischen Feldbach, hat Taten gesetzt. "Man muss ehrlich sagen", so Zoltán Woki, "Boxmark hat - endlich - wirklich viel gemacht, die Versuchsanlage zur Abwasserklärung hat immerhin 120.000 Euro gekostet."

Im Oktober sollen, so der Plan, die behördlichen Genehmigung von österreichischer und ungarischer Seite erfolgen, dann kann das Projekt ausgeschrieben werden.

Für den Prouktionsstand Feldbach rechnet Woki mit einer endgültigen Inbetriebnahme in etwa einem Jahr, etwas später könnte dann auch die Kläranlage im burgenländischen Jennersdorf in Betrieb gehen.

Die Gesamtinvestitionen dafür belaufen sich auf rund eine Million Euro, EU und Bund beteiligen sich mit mehr als ein Drittel.

Österreich braucht also diesbezüglich, wenn auch nur vorderhand, mit keinen peinlichen Kundgebungen mehr rechnen. "Wir meinen, Proteste und Demonstrationen sind unter diesen Umständen nicht sinnvoll. Wir werden jetzt die Termine abwarten.

Im Wiener Umweltministerium, das unterstreicht Zoltán Woki, ist pronas unlängst nicht nur empfangen, sondern recht eingehend über weitere Wassersanierungsmaßnahmen informiert worden. Darunter ein Renaturierungsprojekt, das die zwischenstaatliche "Task Force" vor einem Monat beschlossen hat.

Burgenlands Umwelt-Landesrat Niki Berlakovich: "Das ist ein langfristiges Projekt, das Überschwemmungsräume, Einbindung von Altarmen und die Durchlässigkeit für Fische umfasst."

Die vorläufige Streitbeilegungserklärung bezieht sich allerdings nur auf den Schaum. Ungeklärt ist die Salzbelastung durch die Geothermie in Fürstenfeld und - vor allem - das Projekt des burgenländischen Gasversorgers Begas. Woki: "Wir werden nun unsere Haupttätigkeit gegen die Müllverbrennungsanlage Heiligenkreuz richten." Burgenlands Grünen-Chef Josko Vlasich: "Und dabei werden wir pronas, so wie bisher, natürlich unterstützen." (Wolfgang Weisgram, DER STANDARD - Printausgabe, 21. September 2007)

  • Auf der Raab soll es sich bald ausgeschäumt haben. Eine geplante Anlage zur Abwasserklärung in Österreich beruhigt die ungarischen Umweltaktivisten einstweilen.
    foto: greenpeace

    Auf der Raab soll es sich bald ausgeschäumt haben. Eine geplante Anlage zur Abwasserklärung in Österreich beruhigt die ungarischen Umweltaktivisten einstweilen.

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