Electronic Arts nimmt Japan ins Visier

20. September 2007, 13:46
posten

Games-Publisher sucht nach Partnerschaften in Asien - Akquisitionen und Kooperationen geplant

Der Computerspiel-Hersteller Electronic Arts (EA) will in Japan stärker Fuß fassen. Laut Aussagen von Jon Niermann, Präsident EA Asien, gegenüber der Financial Times ist das Unternehmen derzeit auf der Suche nach adäquaten Partnerschaften im weltweit zweitgrößten Games-Markt nach den USA. EA wolle mithilfe von Akquisitionen und Kooperationen eine breitere Marktdurchdringung in Japan erwirken, das Land habe derzeit eine strategische Priorität für den Konzern. Obwohl der asiatische Inselstaat für rund 20 Prozent des internationalen, 30 Mrd. Dollar schweren Games-Markt verantwortlich ist, bringt Japan Electronic Arts derzeit nur einen minimalen Anteil des Gesamtumsatzes ein.

Kooperation auch mit kleineren Firmen

Laut Niermann will EA künftig sowohl mit großen Spitzenkonzernen als auch kleineren Firmen zusammenarbeiten. "Wir erkunden alles - von etablierten Unternehmen bis hin zu neuen Firmen", so der Asien-Chef. Der Ausbau des asiatischen Geschäfts scheint für EA durchaus an der Zeit, denn nur sechs Prozent des Konzernumsatzes stammen bislang von diesem Kontinent. Zudem hatte das Unternehmen in den vergangenen Monaten immer wieder mit Verlusten zu kämpfen, die nicht zuletzt auch daraus resultierten, dass EA es verabsäumt hatte, den Erfolg von Nintendos Wii entsprechend für sich zu nutzen. Im vergangenen Juli musste sich der Marktführer der Games-Industrie sogar zum ersten Mal einem anderen Publisher geschlagen geben. Activision, Entwickler des erfolgreichen Musikspiels Guitar Hero, konnte im ersten Halbjahr des Jahres um rund 30 Mio. Dollar mehr erwirtschaften als Electronic Arts.

Wachstum in Asien

Um in Asien besser ins Geschäft zu kommen, hat EA bereits einige Kooperationen mit lokalen Unternehmen in den beiden wachstumsstärksten Ländern des Kontinents, China und Südkorea, geschlossen. In Japan will sich der Videospielhersteller nun vor allem auf den Bereich Online-Games und Handy-Spiele konzentrieren. Obwohl sich Niemann eigentlich derzeit nicht festlegen will, so räumt er doch ein, dass sich Nintendo in punkto Konsolen am vielversprechendsten entwickelt und den Markt verbreitert hat. Die gesamte Industrie könne davon profitieren, dass sich mit Wii auch verstärkt Frauen und ältere Menschen für Videospiele interessieren und nicht mehr nur die klassischen Kernzielgruppen.(pte)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.