Inter-Kultur-Preis an Frauengruppe Kapfenberg

4. Oktober 2007, 08:48
posten

Oberösterreichische Initiative würdigt auch Bewegung junger AfrikanerInnen und kurdischen Frauenverein

Mit dem Inter-Kultur-Preis werden heuer die Interkulturelle Frauengruppe Kapfenberg, die Bewegung der jungen afrikanischen Diaspora in Österreich und der kurdische Frauenverein Amara ausgezeichnet. Der Anerkennungspreis geht an Ishraga Mustafa Hamid, Lektorin am Institut für Politikwissenschaften an der Uni Wien, für ihre Dissertation "Auf dem Weg zur Befreiung - Empowerment-Prozesse schwarzer Frauen afrikanischer Herkunft in Wien".

Der Inter-Kultur-Preis wird von der oberösterreichischen Gesellschaft für Kulturpolitik, der SPÖ OÖ, den SPÖ-Frauen OÖ und der Volkshilfe Flüchtlings- und MigrantInnenbetreuung OÖ in Kooperation mit der Kulturabteilung der Stadt Wels und Stadt Steyr verliehen. Ziel dieses Preises ist die Förderung von Projekten, die Integration, Menschenrechte und soziale Sicherheit in den Vordergrund stellen, und damit einen Beitrag zur öffentlichen Wahrnehmung leisten.

Mehr zur den PreisträgerInnen

Die Interkulturelle Frauengruppe Kapfenberg organisiert interkulturelle Frauentreffen für in- und ausländische Frauen in geschütztem Rahmen, in dem Raum für Austausch und kulturelle Aktivitäten ist. Aufgrund der Zusammenarbeit mit dem Integrationsarbeitskreis der Stadtgemeinde werden auch politische Forderungen eingebracht und versucht, diese umzusetzen. Die Aktivitäten finden in Kapfenberg statt, es werden jedoch in ganz Bruck/Mur Frauen erreicht.

Pamoja, die Bewegung der jungen afrikanischen Diaspora in Österreich, ist eine Selbstorganisation in Wien lebender junger schwarzer Menschen mit afrikanischer Herkunft. Sie haben sich zusammengefunden, um sich gemeinsam für ihre Anliegen und Rechte in Österreich einzusetzen und eine unabhängige Plattform für ihre Interessen zu bilden. Pamoja organisiert Aktionen, Projekte, Diskussionen und diverse Veranstaltungen.

Der kurdische Frauenverein Amara (Linz) stellt die Beratung für traditionsbedingte Gewalt gegen Frauen in den Mittelpunkt. Er setzt einen besonderen Schwerpunkt in der sozialpolitischen Arbeit. Es werden Frauen und junge Mädchen in ihren eigenen Ressourcen bestärkt und bei neuen Perspektiven und Veränderungsmöglichkeiten unterstützt. Helfen bei Gewalt in der Familie ist eine große Herausforderung: Darauf zu reagieren und sich einzumischen ist die Grundidee des Projektes. Viele Opfer stehen oft in Abhängigkeit zu den Tätern. Gerade in muslimischen Traditionen wird über sexuelle, psychische und physische Gewalt wenig gesprochen. Viele Frauen leiden aus diesem Grund an starke Depressionen. Das Projektziel ist es, gerade diese Probleme und Belastungen anzusprechen und anonymisiert sichtbar zu machen.

Verleihung

Der Inter-Kultur-Preis wird am 5. Oktober um 20 Uhr im Theater Phönix in der Wiener Straße 25, Linz, von Landesrätin Silvia Stöger und der Jury-Vorsitzenden Seyran Ates, Buchautorin/Rechtsanwältin/Frauenrechtaktivistin aus Berlin, verliehen. Für Schwung und Stimmung danach sorgen Grup Berfin mit anatolischen Lieder in neuem Gewand. (red)

  • Artikelbild
    bild: einladung fest ohne grenzen
Share if you care.