"Das Kroatische beginnt sich zu verlieren"

Redaktion, 30. März 2008, 16:29
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    Wahlplakate in mehreren Sprachen gibt es zwar in einigen Orten, im Wahlkampf ist Mehrsprachigkeit aber kein Thema.

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    Fünf Orte haben noch keine zweisprachige Ortstafeln, obwohl sie dem vom VfGH empfohlenen zehn prozentigen Anteil der Minderheit entsprechen würden.

Im Gemeinderatswahlkampf sind Minderheiten wie Burgenlandkroaten kein Thema - Ein erstes Zeichen dafür, dass die Mehrsprachigkeit am Schwinden ist?

"Bei uns im Dorf ist Zweisprachigkeit selbstverständlich," erzählt der Siegendorfer Ernst Gollubits, Burgenlandkroate und Lehrer, im Gespräch mir derStandard.at. In Siegendorf gibt es eine zweisprachige Schule, alle öffentlichen Gebäude sind zweisprachig beschriftet, auch die Gemeindenachrichten und Flugblätter sind sowohl in Kroatisch als auch in Deutsch verfasst. Siegendorf - traditionell rot - ist nur eines der 47 Dörfer im Burgenland, das sich über die Zweisprachigkeit definiert. Fast 40 Prozent der Einwohner gehören zur größten burgenländischen Minderheit. Insgesamt leben im Burgenland 16.245 Menschen, die bei der Volkszählung 2001 angegeben haben, kroatischsprachig zu sein.

Ortstafeln

Eitel Wonne herrscht aber im Burgenland auch nicht. "Das Betonen der burgenländische Vielfalt ist häufig leider nur Thema von Sonntagsreden. Es existieren leider kaum vernüftige Programme zur Erhaltung der Mehrsprachigkeit," bemängelt Joško Vlasich, der Volksgruppen- und Minderheitensprecher der burgenländischen Grünen. Hauptsächlich liege das zwar im Verantwortungsbereich des Landes, vor allem im Schulwesen müsse man hier nachjustieren, so Vlasich. Aber auch in den Gemeinden bemerke man eine zunehmende Ignoranz in dieser Hinsicht. Im Burgenland fehlen immer noch zweisprachige Ortstafeln. Und neben einem Mangel an Schulen beklagt die kroatische Volksgruppe auch die fehlende Durchsetzung des Kroatischen als Verwaltungssprache.

Im Wahlkampf ist das - wie Minderheitenbelange im Allgemeinen - allerdings kein Thema. Eigene Bürgerlisten für die Minderheit treten bei den Gemeinderatswahlen nicht an.

Wählerpotenzial

Dass die Parteien, die am 7. Oktober um die Mehrheiten in den Gemeindevertretungen kämpfen, die Burgenlandkroaten aber zumindest als Wählerpotenzial wahrnehmen, ist an den zweisprachigen Wahlplakaten zu erkennen. Neben den Grünen werben auch die beiden Großparteien in den betreffenden Gemeinden mit zweisprachigen Plakaten. Das ist Usus, erklärt Joško Vlasich.

Warnungen

Auch Štefan Emrich vom Kroatischen Akademikerklub sorgt sich um die Zukunft der kroatischen Minderheit. "Das Kroatische beginnt sich teilweise zu verlieren", beklagt er und teilt damit die Befürchtungen vieler überzeugter Burgenlandkroaten. Lehrer Gollobits, selbst Vater, bemerkt auch im eigenen Umfeld, dass Kinder beginnen, ihre Muttersprache zu verlieren. Das Umfeld akzeptiere die Minderheitensprache nicht mehr und sehr viele Burgenlandkroaten sprechen die Sprache nicht mehr, sobald sie von zu Hause wegziehen. Und: "Ich haben den Eindruck, dass manche sich sogar für ihre kroatischen Wurzeln genieren." (mhe, derStandard.at/1.10.2007)

Minderheiten im Burgenland: Die größte Minderheit im Burgenland sind die Kroaten (Angabe Volkszählung 2001: 16.245). Dazu kommen ca. 5.000 Burgenlandungarn und wenige Burgenland-Roma. Die Anzahl nach Selbsteinschätzungen unterscheiden sich meist vehement. Die verschiedenen Sprachgruppen sind gesetzlich anerkannt als autochthon. Die kroatischsprachigen und die ungarischsprachigen BurgenländerInnen, sowie die Sinti und Roma haben das Recht auf Verwendung ihrer Sprachen im öffentlichen Verkehr.

In Hackerberg, Kroatisch-Tschantschendorf, Reinersdorf, Eisenhüttl und Heugraben stehen keine zweisprachigen Ortstafeln, obwohl die Ortschaften dem vom VfGH empfohlenen zehn prozentigen Anteil der Minderheit entsprechen würden.
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Posting 1 bis 25 von 184
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Pseudo-Dionysios Areopagita
13
7.10.2007, 12:27
Die Burgenlandkroaten, die ich kenne

haben sämtlich kein Interesse daran, als ethnische Minderheit wahrgenommen zu werden. Was bringt es ihnen? Sie wollen einfach nur Bürger dieses Staates sein. Der Nationalismus einer Frau Stoisits, die ihr Volkstum bei jeder Gelegenheit hervorstreicht, ist ihnen nur peinlich.

gridomo
00
7.10.2007, 22:56

Und die, die ich kenne, betrachten das ganz nüchtern als Teil ihrer Identität, was aus ihrer Sicht kein Hinderungsgrund sein sollte ein Bürger dieses Staates zu sein und auch so wahr genommen zu werden.

Joseph EU
10
7.10.2007, 17:04
Was wolles sie mit diesem Posting WIRKLICH

sagen....????

Zapp Zarapp
00
7.10.2007, 00:45

Also das Ganze ist ja ein Zirkus ohnegleichen. Wenn es schon Kroaten selbst nicht interessiert, als Aushängeminderheit für die übliche Multikultikamarilla zu fungieren - warum läßt man sie dann nicht? Werden die jetzt im Namen der befruchtenden Vielfalt (die wie üblich ohne weitere Angabe von Gründen dem heiligen Gral gleichgesetzt wird) zwangs-rekroatisiert? Kann nicht sein, weil es nicht sein darf, daß die sich über andere Kriterien definieren, die eben nicht im Kroatentum ihren Lebensinhalt sehen sondern simpel Burgenländer sind? Nehmen diese Kulturgruppen ihre Mitglieder in Geiselhaft, weil deren Hauptproponenten mangels Rückhalt die Felle und damit die Prominenz davonschwimmen würde?

derfalke
121
3.10.2007, 19:12
Was im Burgenland halt dringend fehlt,

das ist ein tüchtiger, cleverer und eloquenter Landeshauptmann, so wie es ihn in Kärnten gibt.
;-)
Von Kärnten lernen, heißt siegen lernen!

Mario H
10
4.10.2007, 10:58
rock?

have you been living under a rock?

orso minore
10
3.10.2007, 19:36

Sind Sie das auf dem zweiten Bild?

http://tinyurl.com/3dkd6a

Saft_sack
53
3.10.2007, 15:46
ich bin erschüttert

das kroatische beginnt sich zu verlieren, uiuiui die welt wird nie mehr so sein wie sie mal war...

Alex84
00
19.1.2008, 14:03

Eben ein Saft_sack.

Joseph EU
00
7.10.2007, 17:06
sie sind erschüttert.....

möglicherweis wanns Bier aus is.....Schatzi Ka Bia mea daham ????

Zenith1
53
2.10.2007, 20:57
Also,

kroatische Volksgruppe; Burgenlandkroaten; Kroatischer Akademikerklub; kroatischen Minderheit. Dem Artikel zufolge definiert sich die ethnische Zugehörigkeit an der Muttersprache. Gilt das auch für die deutsche Volksgruppe, Burgenlanddeutsche, Deutscher Akademikerklub (ich weiß, es gibt ihn nicht), deutsche Mehrheit.

roland-p
10
18.3.2008, 10:32

Ja, es gibt Teutsche Akademikerclubs zur Genüge!

Hans Sachs, Schuh&more
12
3.10.2007, 13:06

Pssscht! Ideologisch mühsam eingelernte Gewohnheiten bitte nicht mit Logik stören!

Che Buchinger
10
5.10.2007, 12:45
Zenith1 argumentiert ja logisch.

Sie schreiben unlogisch

Die längste Latrine der Welt
 
00
7.10.2007, 11:07
"sinnerfassend lesen" > "ironie erkennen"

kaddidababubada
01
2.10.2007, 19:46
in Stinatz

dauert die katholische Messe immer länger als in anderen Gemeinden. Nicht, weil die Messe zweisprachig abgehalten wird, sondern damit jene Männer, die von ihren Müttern zum Kirchgang gezwungen worden sind, beim "Kirchenschwänzen" im Wirtshaus rechtzeitig ihr Bier austrinken können. Zweisprachige Ortstafeln sind den meisten nicht wichtig. Viel wichtiger wären im Wirtshaus aufliegende Kurzfassungen der Predigt, die rasch jemand hinfaxen müsste, damit die Männer nicht der Predigt unkundig nachhause kommen müssen und ihre Mütter keinen Verdacht schöpfen.

Affe&Affe
00
2.10.2007, 17:28
@ Zenga und JonnyBeGood

Nix verstehen?
Meine Mutter
war halbe Burgenland-Kroatin, nix Ex-Yu.
Zur vielgepriesenen Traditions- und Kulturpflege:

Alles Blödsinn, es gibt nur eine menschliche Kultur!

Clochard
 
21
2.10.2007, 11:32

also ich weiß schon, daß Art.8 BV-G anderes normiert, aber trotzdem Frage ich mich, worin der Sinn einer mit der Brechstange durchgesetzten Minderheitenförderung liegen soll, wenn sich selbst die Betroffenen nicht darum bemühen.
zwangsvergatterung junger burgenlandkroaten zum kroatischen Sprach- und Kulturunterricht ???
ich habe etwas gegen zwang, in jeder hinsicht.
Wenn sie selbst Vereine und Initiativen gründen und diese entsprechenden Zulauf haben, sind sie selbstverständlich verfassungsgemäß mit den benötigten Mitteln auszustatten.

a grünes stricherl
 
00
2.10.2007, 17:10
wo bitte sehn sie da einen zwang?

re flexion
12
3.10.2007, 09:13
Naja

"Und neben einem Mangel an Schulen beklagt die kroatische Volksgruppe auch die fehlende Durchsetzung des Kroatischen als Verwaltungssprache."

Ad Schulen: Wenn in den Volksschulen der Gemeinden zwangsweise kroatisch unterrichtet wird, dann ist das wohl ein Zwang, oder?

Ad Verwaltungssprache: Zwingt einen gewissen Anteil des Verwaltungspersonals kroatisch zu beherrschen.

Wenn dieser Zwang in einer Gegend passiert, in der die Minderheit auch voll dahinter steht, dann finde ich das ja o.k. Aber wenn - wie aus dem Artikel und auch vielen Postings hervorgeht - ein Großteil der Minderheitsbevölkerung selbst nicht dahinter steht und dies nur noch Wunsch von "Kulturpflegevereinen" ist, dann sehe ich auch eine "Zwangsvergatterung".

reinibubi
10
5.10.2007, 10:07
De facto ist es eine Zwangsvergatterung der Mehrheit.

Bestes Beispiel: Vor ein paar Jahren gab es in der Volksschule ein freiwilliges Zusatzangebot "Kroatisch plus" (1 Wochenstunde). Kaum ein Schüler wollte das in Anspruch nehmen, mangels Interesse kam die Stunde nicht zustande.

Die Folge war, dass es im darauf folgenden Schuljahr als Pflichtfach eingeführt wurde.

Klassiche Zwangsverpflichtung, oder?

Mc Gregger
14
2.10.2007, 11:10
Keine Kultur im Umgang

Einige Postings zeigen deutlich, dass Ö keinen oder nur schlechten Umgang mit den sprachlichen Minderheiten hat, das über alle Parteigrenzen hinweg.
Das Problem wird polemisch vorzugsweise an die Ortstafeln geheftet, was die Sache nicht trifft.
Um zum Problem Zugang zu finden, braucht man neben historischem Wissen auch Sensibilität. Ein Volk hat und kann nicht verschwinden, bloß weil sich eines Tages die Staatsgrenzen als Folge politischer Umwälzungen ändern. Die bgld Kroaten sind schon vor 500 J auf EINLADUNG nö Stände in das heutige Siedlungsgebiet gekommen.Wie lange schon leben Kärntner Slowenen im heutigen Kärnten? Wäre es nicht ein enormer kultureller Verlust, wenn diese kleinen Völker nur so untergehen Haupsach a Ruh ist?

Mike 23
01
2.10.2007, 13:30
Dieses völkische Gerede ist

aus dem letzten Jahrhundert.
Nicht, weil es Grenzen gibt, verschwinden kleinere Gruppen (leider), sondern weil es heute eben keine Grenzen mehr gibt, die wirklich hinderlich werden.
Der bgld Kroate bleibt nicht mehr im Burgenland, sondern zieht vielleicht nach London und spricht dort Englisch.
Es ist in meinen Augen zwar ein enormer kultureller Verlust, denn dieses Problem betrifft nicht nur Minderheiten, sonder jeden lokalen Brauchtum, aber andererseits ist das Ziel, ein vereintes Europa ohne Grenzen zu verlockend, um auf diesen Verlust zu sehr rücksicht zu nehmen.
Das ist zumindest meine Einstellung.
mfg Michael

Kampfposter
00
7.10.2007, 14:07

Sie übersehen aber, dass jeder mensch in irgendeiner Form Identität braucht und dass genau die sich im globalisierten Einerlei auflöst...

schwarzbrot
00
3.10.2007, 21:55
Mike...

Zum Teil hast du Recht, aber bez. grenzüberschreitendes leben und arbeiten innerhalb der EU:
Derzeit arbeiten nur ca. 2% der Erwerbsbevölkerung der EU in einem anderen EU - Land.

Es würde schon reichen, wenn ein bgld Kroate nach Vorarlberg kommen würde. Er würde seine Sprache anpassen müssen.

Lokale Dialekte und Sprachen welche nicht viele sprechen werden sowieso bald aussterben.
Ebenfalls Brauchtüme, mit denen kein Geld zu verdienen ist...
leider

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