"Game over" für das Hightech-Schwindeln

27. September 2007, 10:05
35 Postings

"Spielverderber" unterstützt die Lehrer beim Aufspüren von Schwindlern bei Schularbeiten

Spielverderber ist niemand gern. Außer es gibt einen guten Grund. Zum Beispiel, wenn Schüler in den so genannten Laptop-Klassen nicht auf den Lehrer hören, sondern sich im Unterricht über das drahtlose Netz bei einem PC-Spiel matchen. Oder wenn während Schularbeiten via Handy die (vermeintlich) richtige Lösung der Matheaufgabe weitergegeben wird. In diesen Fällen haben - zumindest - die Lehrer nichts dagegen, wenn ein "Spielverderber" dazwischenfunkt.

Der kleine Kasten

Es handelt sich dabei um ein kleines Kästchen (eine Art W-Lan-Router), das der Kärntner Christian Inzko, im Brotberuf im Klagenfurter Raiffeisen-Rechenzentrum tätig, erfunden hat. Geboren aus eigener leidvoller Erfahrung als Vortragender an Schulen.

Und so funktioniert's: Der Spielverderber wird in der Schulklasse ans Stromnetz angeschlossen und durchsucht alle Verbindungen, die zwischen Laptops aufgebaut wurden. Wird er fündig, werden die Verbindungen automatisch getrennt. Auch die Handys werden so blockiert, dass die digitalen Schummelnotizen untergehen.

Auch für technisch unbedarfte Lehrer

Konzipiert wurde die Lösung laut Inzko so, dass auch technisch unbedarfte Lehrer damit umgehen können. Schulen können das Gerät zunächst probeweise testen, danach kann es für einen Euro pro Tag gemietet werden. Da es Anfragen von Eltern gegeben hat, denkt Inzko auch über eine abgespeckte Heimvariante nach, die allzu (PC-)verspielten Kindern im Heimnetz hin und wieder eine "Zwangspause" bescheren soll.

Das Feedback bei den Lehrern sei groß, sagt Inzko. Bei den Schülern naturgemäß weniger. Aber denen bleiben ja immer noch die altbekannten Schummelzettel. (kat/DER STANDARD, Printausgabe vom 19.9.2007)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Kleiner kasten, große Wirkung. Die Lehrer freut's, die Schüler weniger: Der "Spielverderber" soll im Unterricht für Funkstille sorgen.

Share if you care.