Dalai Lama: "Die gesamte Welt verschmilzt"

von Redaktion  |  24. September 2007, 17:27

Beim "Waldzell Dialog" im niederösterreichischen Stift Melk setzen sich Vertreter der Weltreligion ins Einvernehmen

Stift Melk - Seine Heiligkeit hatte die meisten Lacher. Wenn es einen religiösen Führer auf der Welt gibt, der auch als Stand-up-Comedian geeignet wäre, dann ist es der Dalai Lama. Diese - leicht gewöhnungsbedürftige - Eigenschaft zeigte sich auch wieder beim "Waldzell Dialog" in Stift Melk, wo der tibetische Buddhist mit Vertretern des Islam, des Judentums, der katholischen und der ukrainisch-orthodoxen Kirche diskutierte.

Das Publikum von "Waldzell" - Manager und Unternehmer mit Hang zur Esoterik - ist, wie so viele im Westen, überaus bereit, sich vom Dalai Lama beeindrucken zu lassen. Wenn er auf die Frage, wie man den Glauben zur Bewältigung der Alltagssorgen einsetzen könne, mit einem extra-trockenen "I don't know" antwortet, bebt der Kolomann-Saal des Barockstifts. Manchmal scheint es, als habe der Dalai Lama den Mystizismus satt, den diese sinnsuchenden Westler von ihm erwarten. Er hat andere Probleme. Die rasante Zurückdrängung der tibetischen Kultur durch die massenhaft einwandernden Chinesen zum Beispiel. Aber auch hier setzt er auf listige Pragmatik: In China selbst sei der Buddhismus wieder auf dem Vormarsch. Also: "Ich habe nichts dagegen, wenn gebildete chinesische Buddhisten nach Tibet kommen. Sie bringen uns gute Küche, wir ihnen geistige Nahrung".

In Melk präsentierte sich der "lebende Buddha" erneut als toleranter, multikultureller Nicht-Fundamentalist. Die verschiedenen Religionen gebe es, jeder halte - wenn er glaubt - die seine für die einzig wahre, aber das mache nichts, solange jeder nur die grundlegenden menschlichen Werte lebe. Alle Religionen hätten dieselbe Botschaft von Liebe, Toleranz und Mitgefühl. "Die gesamte Welt verschmilzt zu einem Körper, ist aber multi-religiös". Der Benediktinermönch David Steindl-Rast konnte der ganzheitlichen Sicht nur zustimmen.

Dennoch wurden spannende Strukturen sichtbar, als der Moderator die Frage stellte, ob die am Podium versammelten geistlichen Führer jemals - wie Mutter Teresa - an ihrem Glauben gezweifelt hätten. Dass der Islam doch subtil anders ist, merkte man an der Antwort von Ahmed Mohammad El-Tayyib, dem Rektor der Al-Azhar-Universität in Kairo, der bedeutendsten islamischen Bildungseinrichtung: Er habe keine Zweifel, weil der Islam unterschiedlich sei. Wenn die Angehörigen westlicher Religionen der Zweifel befalle, so suchten sie nach empirischen Beweisen, aber das wäre schon Wissen, nicht Glaube. Im Islam werde der Zweifel "stets vom Geist begleitet, der überprüft, ob das noch korrekt ist". Wenn einen Muslim Zweifel befallen, so habe er seine Verhaltensregeln: "Wenn du Zweifel an Allah hast, musst du ihn anrufen, bis du wieder glaubst".

Auf diese Aussage reagierte Rabbi David Rosen, Präsident des israelischen Instituts für die Kommunikation mit den anderen Religionen mit einem fulminanten Plädoyer für kritisches Hinterfragen: "Wer keine Zweifel hat, ist eine gefährliche Person." Der Dalai Lama erklärte: "Buddha hat mir die Freiheit gegeben, die Dinge zu überprüfen." Und der vom Patriarchat Moskau für die ukrainische Orthodoxie beauftragte Erzbischof Filip von Poltawa konstatierte: "Jeder zweifelt einmal an seinem Glauben. Wer nicht zweifelt, ist geistig tot." Es war nicht "alle gegen den Islam", aber der Bruch war spürbar: Elizabeth Lesser, Gründerin des "Omegainstituts": "Ich habe eine Affinität zum Islam wegen meines Sufi-Lehrers, aber wie die Frauen behandelt werden, ist einfach lächerlich". (Hans Rauscher/DER STANDARD, Printausgabe, 19.9.2007)

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links kritik
21.09.2007 09:09
von allen typen auf der welt die sich für gott halten

ist der dalai lama sicher einer der sympathischeren.

Peter der Ungläubige
19.09.2007 19:36
Der britische Journalist George Gale, .... TEIL3

Er wurde gefragt: "Wieviel Kinder sind nach China deportiert worden?"
Der Dolmetscher erwiderte: "Seine Heiligkeit vermag die genaue Zahl nicht anzugeben. Diese Kinder stammten aus verschiedenen Teilen Tibets.
Ungefähr, glaubt er, seien 10000 mitgenommen worden. Einige widersetzten sich den Chinesen, und einige, die in Peking studiert haben, arbeiten für China.

sixtusdohostdus
21.09.2007 03:43

Die Werbetour vom Lama war
aber sicher unterhaltsamer
wie die Papa Razzi Tour 2007

dakila dakila
21.09.2007 01:08
Was ist Ihnen eigentlich Schlimmes im Leben geschehen, das Sie so hasserfüllt gegen Menschen, von denen Sie offensichtlich nicht viel wissen, sein lässt?

Sie sollten vielleicht einmal darüber nachdenken, warum Sie ausgerechnet der Dalai Lama und die Tibeter diese Aggression in Ihnen auslöst.

Ihre Postingflut sagt nichts über Tibet, aber sehr viel über Sie selbst aus.

Hardcoreboson
20.09.2007 07:55
nun

geh nach tibet und versuch etwas genau herauszufinden. sehr schnell wirst du probleme mit der staatssicherheit dort bekommen. genausowenig wie sich die genaue zahl der opfer des tianamenmassakers ermitteln laesst.

umgekehrt kannst du aber nach indien fahren und dort mit tibetischen fluechtlingen vor ort sprechen. keiner hindert dich daran.

Peter der Ungläubige
20.09.2007 20:38
Das will dir einfach nicht gefallen ...

wenn man deine "seine Heiligkeit" an die Wahrheit erinnert, stimmts?

"die tibetischen fluechtlingen vor ort" sind die Sklavenhalter von gestern - was werden die wohl erzählen?

Peter der Ungläubige
19.09.2007 19:34
Der britische Journalist George Gale, .... TEIL2

Der Dalai Lama wurde um Einzelheiten über die Sterilisation gebeten. Er sagte: "Meine Erklärung ist wahr." Auf weiteres Drängen erwähnte er einen Ort, wo diese Dinge "begangen worden sind im Zuge sogenannter Experimente und unter dem Vorwand, gewisse epidemische Krankheiten zu bekämpfen". Er sagte, zehn Opfer dieser Behandlung seien als Flüchtlinge nach Indien gekommen. Aber sieben seien gestorben. Der Dalai Lama wurde über die Behauptung befragt, fünf Millionen chinesischer Siedler seien in Tibet eingetroffen.

Seine Erklärung, wie diese riesige Menge von Menschen - die viermal größer ist als Tibets gesamte Bevölkerung -unterhalten würde, lautete: "Unser Land ist nicht arm an Nahrungsmitteln.....

Peter der Ungläubige
19.09.2007 19:29
Der britische Journalist George Gale, Korrespondent des Londoner "Daily Express" - ein streng antikommunistisches Blatt:

"ich komme gerade aus dem Bergdorf Mussoorie zurück, dem Sitz der Exilregierung des Dalai Lama. Und damit bin ich aus einem Wolkenkuckucksheim zurückgekommen. Bei einer internationalen gerichtlichen Untersuchung in Mussoorie hörte ich den Dalai Lama eine Liste phantastischer Beschuldigungen gegen Rotchina herunterrasseln. Aber er unternahm überhaupt keinen Versuch, seine Beschuldigungen zu beweisen. Nicht ein einziges Dokument wurde vorgelegt, auch nicht der Fetzen eines Beweisstückes.


TEIL2 FOLGT

Siegfried Zinggl  
20.09.2007 13:13

Die Exilregierung der Tibeter liegt - wie alle Welt weiß - nicht in Mussoorie, sondern in Dharramsala. (Ich habe dort selbst mehr als 10 Jahre gelebt) Ihre Statements sind wohl ein verzweifelter Versuch Rüben und Birnen gegeneinander auszuspielen, und dabei kommt nur ein Unterminierungsversuch von etwas heraus, von dem sie anscheinend nicht einmal wissen, was sie eigendlilch unterminieren wollen.
Ihr Beitrag ist also ein stümperhaftert Versuch Revolverblatt Journalismus zu verbreiten. Würden sie sich mehr in dne Fragen auskennen die sie kommentieren, so würde Ihnen eine solche Veröffentllichung sicher sehr peinlich sein.

Peter der Ungläubige
20.09.2007 20:32
Ich hoffe du hast soviel Anstand, dass dir dein Beitrag jetzt peinlich ist!

Du schreibst:

hr Beitrag ist also ein stümperhaftert Versuch Revolverblatt Journalismus zu verbreiten.
Würden sie sich mehr in dne Fragen auskennen die sie kommentieren, so würde Ihnen eine solche Veröffentllichung sicher sehr peinlich sein.

Und was sagst du dazu (a bisserl english wirst ja können)?

In April 1959, after fleeing Chinese occupation of Tibet, the Dalai Lama established the Tibetan Government of Exile in Mussoorie.

http://en.wikipedia.org/wiki/Mussoorie

Ich erwarte für deine Unbotmäßigkeit eine Entschuldigung!

Siegfried Zinggl 
21.09.2007 11:35
bitte bei diesem Link auch weiterlesen, nicht nur die halben Sätze lesen, danke.

Hardcoreboson
20.09.2007 07:59
toll das du sachen von jemanden zitierst der schon 17 jahre tot ist.

und aus "streng antikommunistisch" mach besser ein "konservatives blatt" triffts eher.

Peter der Ungläubige
20.09.2007 20:33
Reg dich wieder ab, woesi, ...

so lautet der Originaltext halt!

R.Neville
19.09.2007 21:22
Amnesty, Rotes Kreuz & Co.

saugen sich die Menschenrechtsverletzungen in China sicher aus dem Finger, gell?

"Roter Falke"
19.09.2007 22:50
Ist da was dieser britische Journalist George Gale ..

schrieb unwahr, wenn es auch Menschenrechtsverletzungen in China gibt?

Und: Ist das halten von Leibeigenen und die Sklavenhalterei im Tibet des Dalai Lama keine Menschenrechtsverletzung?

Hardcoreboson
20.09.2007 08:02
zum 10000000000000000 mal

1. gleiches mit gleichen vergleichen - china damals mit tibet damals (z.b. china in der kulturrevolution)
2. wenn menschenrechtsverletztungen das besetzten eines landes moralisch rechtfertigen dann sollte china laengst besetzt worden sein.
3. wenn technische ueberlegenheit (zitate im forum "wir bringen dem rueckschrittlichen tibet infrastruktur") eine beseztung rechtfertigen, dann koennten sich selbst die japaner fuer den chin-jap krieg rechtfertigen.

Peter der Ungläubige
20.09.2007 21:09
" jozin z bazin " hat weiter unten einen Text ....

aus einem alten Lexikon veröffentlicht - Du und Deine gehirnge-waschenen Kollegen haben selbst das als chinesische Propaganda angesehen.



Was soll ich den mit solchen Leuten diskutieren?


Peter der Ungläubige
19.09.2007 19:24
Reiseführer Tibet

Es sind nicht viele Landgüter von tibetischen Adligen erhalten geblieben; nur die Landgüter Pharla, ... sind noch zu sehen.

Die Sippe Pharla war in der neueren Geschichte Tibets eine bekannte und mächtige Adelsfamilie.

Fünf Familienmitglieder waren hohe Beamte in der Lokalregierung Tibets.
Die Sippe war eine der acht mächtigen Sippen Tibets. Im Ostteil Tibets hatte sie 25 Landgüter für Ackerbau und 8 Landgüter für Viehzucht.

Sie verfügte insgesamt über eine Fläche von 6, 67 Mio. mJ und über 7000 Stück Vieh.

Die Sippe besaß etwa 3000 Leibeigene und Sklaven.

Hardcoreboson
20.09.2007 08:05
viele dieser daten

in bezug auf leibeigenen kommen aus:
Tibet's March Toward Modernization (China Internet Information Center, November 2001.):
http://www.china.org.cn/e-white/2... 1108/2.htm

und aehnlichen progagandaseiten ...
eine ausgesprochen "objektive" quelle :).

serioese forschung in bezug auf die anzahl und den charakte tibets gesellschaft vor 1959 werden von chinesischer seite blockiert.

Peter der Ungläubige
20.09.2007 20:53
Wia mochn die des?

serioese forschung in bezug auf die anzahl und den charakte tibets gesellschaft vor 1959 werden von chinesischer seite blockiert.

Wia mochn die des?

Blockieren die das einfach, zzzzz :-)))))

Peter der Ungläubige
20.09.2007 20:44
"jozin z bazin" hat weiter unten einen Text ....

aus einem alten Lexikon veröffentlicht - Du und Deine gehirngewaschenen Kollegen haben selbst das als chinesische Propaganda angesehen.

Was soll ioch den mit solchen Leuten diskutieren?




R.Neville
19.09.2007 17:45
beeindruckend die Brücke zwischen

"aufgeklärten" nahöstlichen Religionen und dem Buddhismus- und Beweis dafür daß man keine westliche Aufklärung braucht um Elemente wie permanentes Hinterfragen, Selbstdenken statt Autoritätsgläubigkeit, etc. zu Bestandteilen der Religion zu machen. Dem Christentum hat die Aufklärung- gegen die es sich so lange gestemmt hat- wirklich sehr gut getan. Zum ersten mal können die Menschen sich der Botschaft des NT annähern ohne auf "mächtige Mittler" angewiesen zu sein. Prognose: das Christentum wird wohl stärker werden, die kathol. Amtskirche schwächer je länger sie sich gegen die Aufklärung stemmt.

sophisticated
19.09.2007 19:33
beeindruckend

ist auch das satzkonstrukt ihrer dargebrachten wortinstallation


Jožin z bažin
19.09.2007 17:19
Ein Sittenbild Tibets aus der Zeit vor dem Einmarsch der Chinesen:

Den Charakter des Tibeters kennzeichnen
kriechende Unterwürfigkeit gegen Mächtige,
Übermut gegen Niedrige.

Die Ehe wird wenig heilig gehalten;
unter den Reichen herrscht Polygamie,
unter dem Volk Vielmännerei bei Brüdern.
Gesellschaftlich gliedert sich die Bevölkerung in Geistliche und Laien;
Leider übt die Welt- und Klostergeistlichkeit beider
Geschlechter keinen guten Einfluß auf die Sittlichkeit des Volkes aus.....

Siegfried Zinggl 
21.09.2007 11:39
Oh, da spricht ein Augenzeuge. Wo haben Sie denn all das gesehen? Oder haben Ihnen das die Chinesen erzählt?

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