SAP geht mit Mittelstands-Software neue Kundengruppe an

19. September 2007, 17:38
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Um mittelständische Kunden zu gewinnen, will das Unternehmen künftig über das Internet Mietsoftware in großem Stil anbieten

Der Softwarekonzern SAP steht vor einer kleinen Revolution. Um vor allem mittelständische Kunden zu gewinnen, will das Unternehmen künftig über das Internet Mietsoftware in großem Stil anbieten. Anders als bei seinen Großkunden, auf deren Computersystemen SAP seine Programme bislang installiert, sollen kleine Kunden Softwareanwendungen per Internet gegen Gebühr nutzen können. Das kommt sie erheblich billiger als eine Installation auf eigenen Computern, nicht zuletzt, weil SAP die notwendigen Rechenzentren selbst vorhält. Bis Ende des Jahrzehnts hofft SAP mit Hilfe der Mietsoftware auf zusätzlichen Umsatz und mehrere 10.000 neue Kunden.

Premiere

Am Mittwoch will SAP sein neues Produkt in New York erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorführen. Mit der von den Kunden und Investoren seit Monaten mit Spannung erwarteten Software will sich der Konzern Zugang zum bisher vernachlässigten Markt der Firmenkunden mit 50 bis 500 Mitarbeitern verschaffen. "Wir adressieren mit unserem derzeitigen Produktportfolio nur 50 bis 60 Prozent unserer Marktmöglichkeiten", erklärte SAP-Chef Henning Kagermann kürzlich. "Vor diesem Hintergrund ergibt es viel Sinn, die Türen weiter aufzustoßen und in Zukunft 80 oder 90 Prozent abzudecken." Mit dem neuen Produkt will SAP auch Firmen wie Salesforce.com, Microsoft und Oracle stärker Konkurrenz machen.

Deutschland, USA, Frankreich und Großbritannien

Im ersten Quartal 2008 will SAP das neue Produkt zunächst in Deutschland, USA, Frankreich und Großbritannien auf den Markt bringen. Die Software ist eine vor allem auf produzierendes Gewerbe zugeschnittene Standardlösung, die zunächst nicht an individuelle Kundenwünsche angepasst werden kann. Für die Testphase haben sich weniger als hundert Firmen gemeldet. Der Software, an der SAP seit Jahren tüftelt und dafür rund eine halbe Milliarde Dollar ausgegeben hat, wird SAP wohl auch einen neuen Namen verpassen. Bisher trägt sie den sperrigen Arbeitstitel "A1S". Auch sein Preisevorstellungen will SAP am Mittwoch nennen.

Die Investoren sind bislang skeptisch. Sie sorgen sich um die Rendite von SAP, weil der Konzern bis Ende 2008 bis zu 400 Millionen Euro in Vertrieb und Service stecken will. Zudem habe der Konzern im Markt für Mietsoftware, die über das Internet angeboten wird, bislang kaum Erfahrung. (Reuters)

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