Der Computer ist immer und überall

1. Oktober 2007, 12:37
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Internationaler Kongress zum Thema "Ubiquitous Computing" stellt Möglichkeiten der allgegenwärtigen Computer-Vernetzung vor

Innsbruck - Wenn das Handy den Schlüsselbund sucht und sich der Rasensprenger die Wetterprognosen aus dem Internett holt, dann ist Zukunft. Dies zumindest sind die Visionen von allgegenwärtigen, miteinander kommunizierenden Computern, wie sie auf dem diesjährigen internationalen Kongress zum Thema "Ubiquitous Computing" in Innsbruck präsentiert werden. Ferrari stellte dort beispielsweise einen Autositz vor, der per Ellbogenstoß den Radiosender wechselt. Aber auch ein automatischer Medikamentenschrank, der Alarm schlägt, wenn Tabletten und Hustensaft ihr Ablaufdatum überschritten haben, könnte nach Darstellung der Vortragenden bald zu unserem Alltag gehören.

Ein weiteres Beispiel für Compuer-Vernetzung mit Alltags-Situationen stellte eine Gruppe aus Taiwan vor: Der "intelligente" Esstisch für Kinder soll den Kleinen ausgewogene Ernährung beibringen. Die Kinder können einen Computer-Bären ausmalen, aber nur wenn sie von allen der ihnen vorgesetzten Nahrungsmittel essen, können sie den Bären ganz bemalen. "Solche Sachen kommen häufig aus Asien und lösen bei uns Schmunzeln aus", räumte Univ.-Prof. Albrecht Schmidt von der Universität in Bonn ein. Aber auch das Mobiltelefon sei am Anfang belächelt worden, und mittlerweile brechen viele in Panik aus, wenn sie einmal ein Wochenende ohne Handy auskommen müssen.

Aus-Knopf immer noch am wichtigsten

Die Gefahr, dass dem Menschen durch eine weitergehende Vernetzung der Computer immer mehr Entscheidungen abgenommen werden und er so entmündigt wird, sieht der Präsident der UbiComp 2007, Univ.-Prof. Thomas Strang, nicht. "Die Technik darf den Menschen nicht bevormunden. Sie soll ihn da unterstützen, wo er Unterstützung braucht", erklärte er. Die wichtigste Funktion bei all diesen Technologien sei der Ausschaltknopf.

Der Mensch stehe im Mittelpunkt, und er müsse selbst darüber entscheiden können, ob er diese Unterstützung haben wolle oder nicht. Sehr großes Potenzial für vernetzte Computer sehe er vor allem im Gesundheitsbereich. Dort sei Überwachung etwas Positives.

400 Forscher aus über 50 Ländern treffen sich seit 16. bis 19. September zur mittlerweile neunten Konferenz dieser Art in Innsbruck. Im nächsten Jahr soll sie in Korea statt finden. Der Begriff Ubiquitous Computing wurde in den 80er Jahren geprägt und bedeutet nichts anderes, als dass Computer und Informationsverarbeitung im menschlichen Alltag allgegenwärtig sind. (APA/Red)

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