Plassnik: "Martialische Rhetorik"

29. September 2007, 15:32
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IAEO-Jahreskonferenz: Iran im Mittelpunkt - mi5t Video

Wien/Teheran - Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) in Wien hat vom Iran einmal mehr völlige Transparenz im Zusammenhang mit dessen umstrittenem Atomprogramm gefordert. Die völlige Aufklärung aller noch offenen Fragen nach dem fast 20 Jahre lang geheimen Atomprogramm sei die wichtigste Voraussetzung für die Vertrauensbildung gegenüber Teheran, meinte Mohamed ElBaradei zum Auftakt der 51. Jahresversammlung der Behörde am Montag in Wien.

Die überraschend undiplomatischen Worte des französischen Außenministers Bernard Kouchner über einen angeblich drohenden Krieg gegen den Iran vom Vortag beschäftigten auch die Generalkonferenz. So stellte Außenministerin Ursula Plassnik klar: "Ich bin für beharrliches Arbeiten an einer Verhandlungslösung. Kollege Kouchner ist der Einzige, der Ihnen Auskunft darüber geben kann, was er gemeint hat. Für mich ist nicht nachvollziehbar, warum er in diesem Augenblick auf eine martialische Rhetorik zurückgreift." Am 21. September treffen sich die fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats in Washington, um neue Strafmaßnahmen gegen Teheran zu diskutieren.

Die außenpolitische Sprecherin der Grünen, Ulrike Lunacek, wollte indes von Plassnik in einer parlamentarischen Anfrage wissen, was denn Österreichs Position im Bezug auf den US-Atomdeal mit Indien sei. Wien sitze im IAEO-Board und der Nuclear Suppliers Group und müsse darüber befinden. (dpa, red/DER STANDARD, Printausgabe, 18.9.2007)

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