Brüssel will "Großhandelstarife" für Handygespräche vereinheitlichen

25. September 2007, 10:06
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Kommission: Vorschlag nächstes Jahr - Derzeit sind diese Tarife in den 27 Mitgliedstaaten höchst unterschiedlich

Nach der Reduktion der Handytarife für Auslandsgespräche will sich die EU-Kommission nun die Großhandelstarife zwischen den Netzbetreibern vornehmen. Die für Telekommunikation zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding will anfang nächsten Jahres einen entsprechenden Vorschlag für eine Vereinheitlichung der so genannten "Terminierungsentgelte" ("Zusammenschaltungs-Gebühr, Interconnection Fee"), die die Mobilfunkbetreiber für die Durchstellung von Gesprächen untereinander verrechnen, vorlegen, heißt es aus der EU-Kommission.

Tarife höchst unterschiedlich

Derzeit sind diese Tarife in den 27 Mitgliedstaaten höchst unterschiedlich und reichen von 2,25 Cent pro Minute in Zypern bis 16,49 Cent pro Minute in Polen. Für die Kommission sei nicht nur die Höhe der Gebühren sondern insbesondere die Diskrepanz "beunruhigend", sagte eine EU-Expertin.

Reding hatte die geplante Senkung der Tarife in Frankreich vergangene Woche - ab 2008 maximal 6,5 Cent für Orange und SFR und maximal 8,5 Cent für Bouyges - zum Anlass genommen, um Schritte in Richtung eines "europäischen Ansatzes" für die Berechnung der Betreibergebühren und ein Ende der Wettbewerbsverzerrungen anzudeuten. "Sollten in der EU die Zustellungsentgelte in Mobilfunknetzen weiter gesenkt werden und eventuell genauso hoch sein wie im Festnetz" lautete eine der Fragen, die die Kommissarin in einer Pressemitteilung stellte.

Betreibergebühren neuerlich gesenkt

In Österreich hat der Telekom-Regulator Anfang September die Betreibergebühren neuerlich gesenkt. Die Tarife müssen bis spätestens 2009 auf 5,72 Cent je Minute gesenkt werden - um 16 Prozent stärker als nach den bisherigen Vorgaben. Vor allem Telefonate aus dem Festnetz zum Handy sollen dadurch merklich billiger werden. Nach der bisherigen Regelung hätten die Handy-Terminierungsentgelte bis 1.1.2009 nur auf 6,79 statt nun 5,72 Cent gesenkt werden sollen. Verglichen mit dem heutigen Niveau werden die internen Gebühren, die die Festnetzanbieter an die Mobilfunkbetreiber zahlen müssen, in den nächsten Jahren teils noch stärker sinken. Vor allem die spät gestarteten Mobilfunker verrechnen im Moment noch deutlich mehr als die bisher angepeilten 6,8 Cent - T-Mobile und One um die 9 Cent, Hutchison ("3") knapp 13 Cent. Für Anrufe in diese Netze zahlen die Festnetzanbieter damit künftig intern um ein Drittel bis zur Hälfte weniger.(APA)

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