Ortskaiser-Wochen

17. September 2007, 18:14
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Einiges an den pannonischen Lokalwahlen am 7. Oktober mag durchaus auch jenseits der burgenländischen Dörfer interessant sein

Eisenstadt - Am 7. Oktober wählt das Burgenland seine Gemeinderäte und Bürgermeister. Und auch wenn zuzugeben ist, dass diese beiden Wahlgänge außerhalb des Burgenlandes kaum jemanden eine besondere Interessenkundgebung abringen können, so bleibt doch festzuhalten, dass es die ersten Wahlen nach der Nationalratswahl sind. Und einiges an ihnen mag durchaus auch jenseits der pannonischen Dörfer interessant sein.

Zum Beispiel, wie das Freiheitliche Lager - einst immerhin Teil der Bundesregierung - mit seinen Selbstzerfleischungen fährt. Neben der FPÖ kandidiert nämlich diesmal da und dort nicht nur das BZÖ, sondern auch und vor allem eine im März rund um den Deutschkreutzer Bürgermeister Manfred Kölly und den früheren FP-Landeschef Wolfgang Rauter gegründete "Plattform Freie Bürgerlisten". Die treten in 56 Gemeinden an, Rauter erhofft sich 60 Mandate, "aber wenn wir einige weniger machen, ist das auch kein Beinbruch".

Etwas bescheidener gehen die kommunal traditionell schwachen burgenländischen Grünen in den Wahlkampf. 2002 erreichten 80 Kandidaten 13 Mandate, jetzt will Landessprecher Josko Vlasich mit 134 Kandidaten die grüne Gemeindepräsenz verdoppeln.

Vermehrung der Konkurrenz

Die Vermehrung der Konkurrenz im Vergleich zu 2002 macht dem SP-Landesgeschäftsführer Georg Pehm, wenn schon keine Sorgen, so immerhin Kopfzerbrechen. "Wir wissen einfach nicht, wie sich die neuen Listen auswirken."

Dazu kommt ein recht hohes Ausgangsniveau aus dem Jahr 2002. Da konnte die SPÖ mit 49 Prozent bei den Gemeinderats- und 50,4 Prozent bei den parallelen Bürgermeisterwahlen ein, so Pehm, "historisches Hoch" feiern. Da noch zuzulegen, bleibe dennoch des Geschäftsführers Ziel.

Die SPÖ ist die einzige Partei, die in allen Gemeinden antritt. Gewählt wird in 170 von 171 Gemeinden, im mittelburgenländischen Steinberg-Dörfl wurde nach der Auflösung des Gemeinderates im Vorjahr gewählt.

Links liegen gelassen

Die ÖVP tritt in 169 Gemeinden an. Die traditionelle SPÖ-Hochburg Tschanigraben im Südburgenland hat Landesgeschäftsführer Dietmar Halper im Wortsinn links liegen gelassen. Dafür konnte er eine Bürgermeisterkandidatur in Hirm vermelden, nicht minder eine rote Hochburg.

Mit Halper zog zuletzt auch ein wenig verbales Geplänkel ins lokale Geschehen. Er warf der SPÖ nämlich "Burgenland-Kommunismus" vor, was diese empört zurückweist. Und nun etwa von der schwarzen Hauptstadt-Bürgermeisterin, Andrea Fraunschiel, eine Entschuldigung für Halpers Worte verlangt. (Wolfgang Weisgram/ DER STANDARD Printausgabe 17.9.2007)

  • Die Verteilung der Gemeinderatsmandate in den 171 Gemeinden Burgenlands
    grafik: standard

    Die Verteilung der Gemeinderatsmandate in den 171 Gemeinden Burgenlands

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