Ulrichsbergtreffen: Offener Brief an Darabos

12. Oktober 2007, 13:58
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Offener Brief des des Arbeitskreis gegen den Kärntner Konsens an Darabos: "Unterstützung durch Bundesheer untragbar"

Klagenfurt - Beim sogenannten "Heimkehrertreffen" auf dem Ulrichsberg bei Klagenfurt haben am Sonntag Teilnehmer aus 16 Nationen der Opfer der beiden Weltkriege und des "Kärntner Abwehrkampfes" gedacht. Schon im Vorfeld wurde Kritik daran laut, dass das Bundesheer das Treffen unterstützt. Die Festrede hielt in diesem Jahr Ludwig Bieringer, Bundesverbandpräsident des Österreichischen Kameradschaftsbundes. Rund 80 Demonstranten versuchten, die Teilnehmer durch Wegblockaden an der Fahrt auf den Berg zu hindern. Die Demonstranten errichteten Blockaden mit Baumstämmen und Steinen.

Nach dem diesjährigen Treffen fordert der Grüne Minderheitensprecher Wolfgang Zinggl ein Ende der Unterstützung dieser Veranstaltung durch das österreichische Bundesheer. "Wenn ein paar hundert Vertreter der Kriegsgeneration am Ulrichsberg unbedingt ihre Treffen abhalten wollen, dann mögen sie das tun, solange nicht das NS-Verbotsgesetz oder andere Bestimmungen verletzen, aber es ist nicht zu akzeptieren, dass das österreichische Bundesheer bei diesem schwer belasteten Treffen umfangreiche Unterstützungsleistungen erbringt", so Zinggl.

"Jung- und Altnazis"

Seiner Meinung ist auch der Arbeitskreis gegen den Kärntner Konsens. Mit einem offenen Brief an den Verteidigungsminister protestieren sie gegen die Beteiligung des Bundesheers an "einem der letzten Treffen auf europäischem Boden, an dem sich Jung- und Altnazis, Geschichtsrevisionismus und Gedenken an den NS-Opfertod, die Hand reichen". Unter anderem seien flämische Rechtsextremisten am Ulrichsberg dabei gewesen, so ein Sprecher des AK gegen den Kärntner Konsens zu derStandard.at.

Das Dokumentationsarchiv (DÖW) bestätigt: "Auch an der heurigen "Ulrichsbergfeier" nahmen Rechtsextreme teil, so etwa Leute vom belgischen Voorpost, einer Gruppe mit Kontakten zum internationalen Neonazismus. Die Tatsache, dass belgische Rechtsextreme samt ihrer weithin sichtbaren Fahne an der Feier teilnehmen konnten, verweist auf die Berechtigung der anhaltenden Kritik an der Ulrichsbergfeier". Auch die rechtsextreme Kameradschaft IV, die angeblich vor Jahren aus der "Ulrichsberggemeinschaft" ausgeschieden ist, sei wieder mit einem Kranz vertreten gewesen.

Die Gedenkstätte auf dem Ulrichsberg war über Initiative des damaligen Klagenfurter ÖVP-Vizebürgermeisters Blasius Scheucher errichtet und im Jahre 1959 eröffnet worden. Seit Jahren gibt es Debatten um das Treffen, da immer wieder Rechtsextremisten und Ex-Nazis teilgenommen haben. (APA)

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    foto: ak gegen den kärntner konsens
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