T-Mobile bekommt Zuschlag für iPhone-Verkauf

18. September 2007, 10:57
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Das Mobiltelefon soll 399 Euro kosten - Mobilfunker soll das Handy in Deutschland und Österreich unter die Leute bringen

Die Deutsche Telekom wird Branchenkreisen zufolge exklusiver Vertriebspartner für das iPhone von Apple in Deutschland. Die Konzerntochter T-Mobile habe den Zuschlag für die Vermarktung des Design-Handys erhalten, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Freitag zu Reuters. Das Mobiltelefon mit Musik-, Video- und Internet-Funktionen solle zunächst 399 Euro kosten.

Abgabe

Den Angaben zufolge setzte Apple seine Forderung nach einer Beteiligung an laufenden Mobilfunkerlösen durch: T-Mobile werde die mit den Geräten erwirtschafteten Einnahmen aus Gesprächen und Datenübertragung mit dem US-Konzern teilen, sagte die Person.

T-Mobile wollte die Informationen nicht kommentieren. Apple war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Auch in Österreich

Die Vereinbarung zwischen Apple und T-Mobile soll den Kreisen zufolge in der kommenden Woche bekanntgegeben werden. Apple hat für nächsten Dienstag zu einer Pressekonferenz in London eingeladen, aber keine Angaben zum Anlass gemacht. Die deutsche Niederlassung des US-Konzern hatte lediglich angekündigt, Apple werde noch in diesem Monat seine Vertriebspartner bekanntgeben. Der Marktführer T-Mobile galt zuletzt als Favorit für den deutschen Exklusivvertrieb.

T-Mobile soll auch in Österreich den Zuschlag für das iPhone bekommen haben.

Kritik

Bei aller Euphorie um das iPhone gibt es auch kritische Stimmen. So bemängeln Experten, dass das Telefon nicht UMTS-fähig ist. Die Mobilfunknetzbetreiber haben beträchtliche Summen in den schnellen Übertragungsstandard gesteckt und versprechen sich steigende Datenumsätze etwa durch das Herunterladen von Musik. Analysten hatten auch davor gewarnt, dass ein Diktat der Konditionen durch Apple die Vertriebspartner teuer zu stehen kommen könnte.

In den USA hat Apple eine Vertriebsvereinbarung mit dem Mobilfunkbetreiber AT&T über mindestens zwei Jahre geschlossen. Dort wurden seit der von großem Werbe- und Medienrummel begleiteten Markteinführung vor zweieinhalb Monaten mehr als eine Million Geräte verkauft.

Unmut

Für Unmut vieler Käufer sorgte der Konzern vor Kurzem mit einer Preissenkung um 200 auf 399 Dollar. Mittlerweile bot Apple den Erstkäufern einen Gutschein über 100 Dollar an. Der Konzern will das iPhone zum dritten Standbein neben den iPod-Musikplayern und den Mac-Rechnern machen.

Als aussichtsreiche Kandidaten für den Vertrieb des iPhones gelten in Großbritannien die Telefonica-Tochter O2 und in Frankreich die France-Telecom-Tochter Orange. Die Unternehmen hüllen sich dazu in Schweigen.(APA/dpa)

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