FACC vor Umbau

25. Oktober 2007, 14:15
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Der oberösterreichische Flugzeugzulieferer FACC steht vor einer massiven Umstrukturierung, der Fahrplan soll bis zum Frühjahr 2008 fixiert sein

Wien - Der oberösterreichische Flugzeugzulieferer FACC (Fischer Advanced Composite Components) steht vor einer massiven Umstrukturierung. Bei der Hereinnahme eines strategischen Partners könnten sich die beiden Haupteigentümer - der Skihersteller Fischer und die Salinen AG (jeweils 47,5 Prozent der Anteile halten) auf eine Beteiligung unter 25 Prozent zurückziehen könnten, sagte FACC-Aufsichtsratschef Florian Keiper-Knorr heute, Freitag, im ORF-"Mittagsjournal". Bis zum Frühjahr 2008 könnte es eine grundsätzliche Einigung geben.

Eine Neustrukturierung des Konzerns werde notwendig, weil das Unternehmen vor allem von den beiden großen Flugzeugherstellern Boeing und Airbus in der Zukunft deutlich mehr Aufträge erwarte, so Keiper-Knorr. Der FACC wäre bei den Neuentwicklungen eine wesentlich größere Rolle zugedacht als bisher.

Geld nach Lieferung

Wie berichtet, kann die FACC die Entwicklungskosten aber nicht mehr aus eigener Kraft tragen. Als Zulieferer für die großen Flugzeughersteller Airbus und Boeing ist sie dafür zu klein. Konkret kann die FACC die Entwicklungskosten für Aufträge in der Höhe von mindestens 200 Mio. Euro in den nächsten Jahren nicht vorfinanzieren. Denn Geld der Airlines gibt es erst, wenn die eigens für sie entwickelten Teile auch geliefert werden.

Keiper-Knorr würde einen strategischen Partner aus dem Kreis der Mitbewerber oder der Zulieferer und Kunden einem reinen Finanzinvestor vorziehen, sagte der AR-Chef. Konkrete Detailverhandlungen hätten aber noch nicht begonnen. Ein russischer Interessent als künftiger Partner sei derzeit jedenfalls nicht unter den Interessenten.

Abhängig vom Partner

"Wir wären grundsätzlich interessiert, mit einer Minderheitsbeteiligung dabei zu bleiben", sagte Keiper-Knorr. Der AR-Präsident schloss aber nicht aus, dass dies weniger als die Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Aktie bedeuten könnte. "Das hängt von den Intentionen eines ernstzunehmenden Partners ab", so Keiper-Knorr.

Die beiden Haupteigentümer Fischer und Salinen Austria (letztere gehören Hannes Androsch und RLB-OÖ-Chef Ludwig Scharinger, Anm.) halten derzeit gemeinsam 95 Prozent der FACC-Anteile. 5 Prozent befinden sich in Händen von FACC-Geschäftsführer Walter Stephan. (APA)

  • Eine Neustrukturierung wird notwendig, weil das Unternehmen vor allem von den beiden großen Flugzeugherstellern Boeing und Airbus in der Zukunft deutlich mehr Aufträge erwartet.
    foto: standard/facc

    Eine Neustrukturierung wird notwendig, weil das Unternehmen vor allem von den beiden großen Flugzeugherstellern Boeing und Airbus in der Zukunft deutlich mehr Aufträge erwartet.

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