Die rote Rötelstein-Route

14. September 2007, 17:00
2 Postings

Mit Trittsicherheit erreicht man auf einer schönen Tour in den Niederen Tauern das Gipfelplateau des Rötelsteins. Der Aufstieg ist mühsam

Der Rötelstein – auch Rettenstein – bei Filzmoos gilt als ein besonderer Berg, denn von seinem höchsten Punkt genießt man eine Rundsicht, die ihresgleichen in den Ostalpen sucht. Nach Norden wird das Blickfeld vom Dachstein mit seiner gewaltigen und berühmten Südwand sowie von den Felsabstürzen des Gosausteins, der Bischofsmütze und des Gosaukamms begrenzt, im Westen schaut man zum Hochkönig mit seiner Übergossenen Alm. Blickt man nach Süden, so präsentieren sich die höchsten Erhebungen der Niederen Tauern mit dem imposanten Hochgolling und viele bekannte Spitzen der Schladminger und Radstädter Tauern. Auch ein kleiner Abschnitt der östlichen Hohen Tauern ist zu erspähen. Dazu kommen die Tiefblicke in die ausgedehnten Kare des Dachsteins, nach Filzmoos am Fuße des bekannten Rossbrand und ins Tal der oberen Enns.

Der Rötelstein verdankt seinen Namen dem rötlichen Gestein, das leider sehr brüchig ist. Daher sind die Anstiege voller Geröll, oft rutschig und sehr mühsam. Für den Westgrat ist Trittsicherheit unbedingt erforderlich, der Abstieg zum Sulzenhals führt durch Geröll, in dem man höllisch aufpassen muss, um nicht ins Rutschen zu kommen.

Eine großartige alpine Landschaft und vor allem die Felskulisse im Norden entschädigen reichlich für die Mühen der Tour, die eine sehr gute Kondition erfordert; und zudem auch gutes Wetter, denn verkürzen lässt sich die Runde kaum. Angeraten sei auch ein früher Aufbruch, denn im prallen Sonnenschein kann es in den hellen, das Sonnenlicht reflektierenden Fels- und Schrofenpartien sowie zwischen den Latschenfeldern recht warm werden. Auch entgeht man so der Gewittergefahr. Glücklicherweise liegt der Ausgangspunkt, die im Sommer geschlossene Rettensteinhütte, schon relativ hoch (1310 Meter), sodass sich der_zu bewältigende Höhenunterschied in Grenzen hält. Die Ausrüstung hat alpinen Anforderungen zu entsprechen.

Die Route: Von Filzmoos fährt man mit dem Auto zum Reithof und weiter zum Parkplatz bei der Rettensteinhütte. Nun wählt man den rot markierten Weg mit der Nummer 670, der relativ gemütlich in einer knappen Stunde zur Ahorneggalm führt. Dann wird es alpin und mühsam, man erreicht den Westgrat, dem man bis zum kleinen Gipfelplateau und zum höchsten Punkt folgt. Gehzeit ab Ahorneggalm zwei bis 2¼ Stunden.

Der Abstieg erfolgt nach Norden, auf dem rot markierten Weg Nummer 639 geht es teilweise steil und durch Geröll zum Sulzenhals, dort hält man sich links und gelangt zur Wallehenhütte am Rande der Sulzenalm. Gehzeit ab Gipfel 1¼ Stunden. Weiter auf der roten Markierung, der Steig wird zum Weg und später zu einer Forststraße, auf der man zum Ausgangspunkt zurückkehrt. Gehzeit ab Wallehenhütte 1¼ Stunden. (Bernd Orfer/Der Standard/Printausgabe/15./16.9.2007)

Gesamtgehzeit 5½ bis 5¾ Stunden, Höhenunterschied über 900 Meter. Jausenstation Wallehenhütte in der Saison bewirtschaftet. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 126 (Radstadt); Freytag & Berndt WK 201 (Schladminger Tauern, Radstadt-Dachstein).


Die aktuellsten Reisethemen gibt es wöchenlich im Reise- Newsletter. Abonnieren sie hier den Reise-Newsletter
  • Filzmoos, im Hintergrund der Dachstein.
    foto: österreich werbung / weinhaeupl w.

    Filzmoos, im Hintergrund der Dachstein.

  • Artikelbild
    grafik: standard
    Share if you care.