VMware bietet Ausblick auf kommende Technologien

17. September 2007, 11:18
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"Continous availability" soll Serverausfälle ohne Unterbrechung abfangen - VMware Instant On erlaubt Streaming von virtuellen Maschinen - VMworld kommt 2008 auch nach Europa

Zum Abschluss seiner Hausmesse VMworld hat der Virtualisierungsspezialist VMware eine Vorschau auf eine Reihe von kommenden Technologien rund um die eigene Produktlinie gewährt. Cheftechnologe und Firmen-Mitgründer Mendel Rosenblum konzentrierte sich in seiner Keynote am letzten Tag der Konferenz auf drei konkrete Punkte.

Kontinuierlich

Auf Begeisterung im Publikum stieß dabei vor allem ein Demo dessen, was man als nächsten Schritt im Bereich Hochverfügbarkeit sieht: Mit der "Continous Availability" sollen Serverausfälle ohne Unterbrechung abgefangen werden können. Dabei bedient man sich der im letzten Jahr eingeführten Record & Replay-Technologie, die ursprünglich zum exakten Nachspielen von Vorgängen in einer virtuellen Maschine gedacht war. Ein Feature, das vor allem für das Debuggen von eigenen Anwendungen äußerst nützlich ist.

Mirror

In diesem Fall verwendet man das Ganze aber um eine laufende virtuelle Maschine (VM) beinahe in Echtzeit in einer zweiten Maschine auf einem anderen Rechnern zu spiegeln. Fällt nun die primäre VM aus - etwa durch einen Hardwarefehler - so springt die sekundäre VM umgehend ein. Auf der Bühne demonstrierte man dies recht eindrucksvoll anhand eines Exchange-Servers, der beim Abstecken des primären Rechners unbeeindruckt weiter lief. Alles was zu Bemerken war, war ein kurzer Hänger von ca. 1 Sekunde, der durch die Spiegelung unvermeidbar ist. "Continous Availability" soll ein fixer Bestandteil von künftigen Versionen des ESX-Servers werden.

Streamen

Eine weitere neue Technologie nennt man "VMware Instant On", eine Entwicklung, die zunächst mal vor allem den Einsatz von virtuellen Appliances weiter vereinfachen soll. Ein Problem in diesem Bereich sei bisher, dass die KundInnen diese nicht sofort einsetzen könnten, sondern zuerst einen langwierigen Download vom Virtual Appliance Marketplace abwarten müssen. Dies soll nun mit einer eigenen Streaming-Technologie der Vergangenheit angehören.

Prefetch

Die Appliances werden dabei mit einer Prefetching-Technik so vorbereitet, dass die Blöcke im Image der virtuellen Maschine in der optimalen Reihenfolge angeordnet werden: So kann eine dermaßen vorbereitete VM noch während dem Download gestartet werden. Eine vorbereitete Ubuntu-VM konnte dadurch den Bootvorgang bereits mit etwas mehr als 10 Prozent des Downloads der gesamten Appliance beenden - und somit auch lange bevor das Herunterladen der gesamten VM beendet gewesen wäre.

Hybrid

In weiterer Zukunft will man die Streaming-Idee aber nicht auf virtuelle Appliances beschränken. So wäre es durchaus vorstellbar damit "Hybrid-Lösungen" zu schaffen, bei denen die virtuelle Maschine am Server gemanaget aber am Client betrieben wird. Etwas das durchaus auch für künftige Versionen der eigenen Virtual Desktop Infrasctructure (VDI) von Interesse wäre.

Automatismus

Zu guter Letzt will man seine VMotion-Technologie künftig auch auf den Storage-Bereich ausweiten: Damit ließen sich Datenträger wie virtuelle Maschinen automatisiert zwischen verschiedenen physischen Rechnern verschieben. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem sich vollständig automatisch managenden Rechenzentrum, wie Rosenblum herausstreicht.

VMworld

Für die Zukunft sieht der Cheftechnologe noch einiges an spannenden Neuerungen im Bereich Virtualisierung heraufkommen, vor allem im Bereich der besseren Hardware-Nutzung. Derzeit kratze man vergleichsweise gerade mal an der Oberfläche. Weitere Neuigkeiten könnte es bereits Ende Februar geben, wenn VMware seine erste VMworld Europe in Cannes abhalten wird - eine regionale Ausweitung, die auch Ausdruck des rapide wachsenden Interesses an den Softwarelösungen des Herstellers ist. Die nächste globale VMworld gibt es dann in einem Jahr - vom 16. - 18. September, dieses mal in Las Vegas. (Andreas Proschofsky berichtet aus San Francisco)

  • VMware Cheftechnologe Mendel Rosenblum (links) bei der Demonstration von "Continous Availability" auf der VMworld in San Francisco
    foto: andreas proschofsky

    VMware Cheftechnologe Mendel Rosenblum (links) bei der Demonstration von "Continous Availability" auf der VMworld in San Francisco

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