Anlegerschützer Rasinger beriet auch die Post

16. Oktober 2007, 15:23
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Der Anlegerschützer schließt laut Medienbericht einen Rücktritt von seiner Funktion nicht aus

Wien - Anlegerschützer Wilhelm Rasinger, der sich zuletzt Kritik wegen Geldannahme von der Meinl Bank gefallen lassen musste, soll laut "Format" auch in Geschäftsbeziehungen mit der börsenotierten Post AG gestanden sein. Rasinger schließe einen Rücktritt von seiner Funktion als Anlegerschützer nicht aus, heißt es in dem Bericht. Er wolle aber die Reaktionen der Öffentlichkeit abwarten, die bisher zu zwei Dritteln positiv sei. Seiner Tätigkeit als Anlegerschützer mangle es aber auch an ökonomischem Sinn, weil er sich zu wenig auf sein Kerngeschäft konzentrieren könne. Sein Beratungsunternehmen habe von 2005 auf 2006 Umsatzeinbußen zu verzeichnen gehabt.

Laut dem Magazin hat Rasinger im November 2006 für die Post ein zweitägiges Seminar zu Themen wie Bilanzanalyse abgehalten. Die Zahlungen seien in diesem Fall nicht an seinen privaten Anlegerverein IVA (Interessenverband für Anleger) geflossen, sondern an das Beratungsunternehmen Inter-Management, an dem Rasinger zu 24,5 Prozent beteiligt ist.

Zuvor hatte Rasinger im Rahmen des Post-Börseganges Aktienzuteilungen angeprangert.

Das eine habe mit dem anderen nichts zu tun, erklärte Rasinger gegenüber "Format". Er habe auch schon im Jahr 2005 ein Seminar für die Post abgehalten. Seine Gesamteinnahmen aus der Geschäftsbeziehung würden laut ihm selbst und Post-Sprecher Michael Homola rund 5.000 Euro ausmachen.

Sponsoring

Dem Bericht zufolge habe auch die OMV wie die Meinl Bank Zahlungen an den IVA geleistet, und zwar jährlich 5.000 Euro seit 2003. Laut Rasinger handelte es sich dabei um ein Sponsoring der OMV für ein Corporate-Governance- und Anlegerschutz-Stipendium in Höhe von 3.000 Euro, das auch von weiteren Sponsoren getragen werde. Zudem seien OMV-Zahlungen unter dem Titel "Stimmrechtsvertretungen" geflossen, so Rasinger. "Die OMV ist bemüht, Aktivitäten zu setzen, um die Hauptversammlungspräsenz zu erhöhen. Daher wurde - wie in Deutschland für börsenotierte Gesellschaften verpflichtend vorgesehen - ein neutraler Stimmrechtsvertreter bestellt."

OMV-Sprecher Thomas Huemer bestätigte dem Magazin die Gesamtsumme der Leistungen der Höhe nach. Es handelt sich um insgesamt 25.000 Euro in fünf Jahren.

"Format" zitiert eine Darstellung der Inter-Management, laut der die Umsätze im genannten Zeitraum von 250.000 auf 200.000 Euro gesunken seien. Laut Bilanz habe das Unternehmen 2006 rund 3.000 Euro Verlust geschrieben. (APA)

  • Anlegerschützer Wilhelm Rasinger.
    foto: standard/hendrich

    Anlegerschützer Wilhelm Rasinger.

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