Kulturkampf in der Brigittenau

Redaktion, 03. Juli 2008 13:43
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    Die Aufstockung des türkischen Zentrums im 20. Bezirk (im Bild Gebäude vorne li) stört die Nachbarn

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    In der Kantine des Vereins Atib im lauschigen Innenhof ...

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    ... trifft man sich zum Tee.

Demo gegen "Moschee-Bau" in Wien - Bürgerinitiative wettert mit Bezirks-FPÖ und ÖVP gegen Bau - Eigentlich handelt es sich nur um eine Aufstockung eines türkischen Vereins

Seit die Pläne für den Ausbau eines türkischen Kulturzentrums samt Gebetshaus bekannt geworden sind, regt sich der Widerstand der Anrainer gegen den vermeintlichen Bau einer Moschee im 20. Wiener Gemeindebezirk. Obwohl Vertreter des Vereins Atib betonen, dass "auf keinen Fall eine Moschee mit Minarett und Kuppel" entstehe.

Heute, Donnerstag, hält eine Bürgerinitiative gemeinsam mit der FPÖ einen Protestmarsch ab, für den sich auch FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache angekündigt hat. Die Bezirks-ÖVP hat ebenfalls zur Teilnahme an der Demonstration aufgerufen. VP-Landeschef und Wissenschaftsminister Johannes Hahn ist darüber nicht glücklich, distanziert sich aber auch nicht ausdrücklich davon - Von Karin Krichmayr

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Wien – Ein paar Männer stehen an der Budel in der neonbeleuchteten Kantine und lassen sich Tee eingießen. Weiter hinten sitzen die älteren an den in Reihen aufgestellten Tischen und starren auf den Großbildschirm, auf dem gerade türkische Nachrichten laufen. Dahinter ein Wuzler und ein Billardtisch, an den Wänden eine türkische neben einer österreichischen Fahne; ein schwarzes Brett, auf dem Wohnungen, Autos und Kurse für Deutsch, Gitarre und Tennis angeboten werden.

"Wir sind ein ganz normaler Verein", beteuert Murat Cetinkaya, der gerne für ein paar Stunden in das Lokal von Atib, der "Türkisch-islamischen Union für kulturelle Zusammenarbeit in Österreich" kommt – "um Freunde zu treffen". Neben der Kantine, die auch als Veranstaltungsraum dient, gibt es einen kleinen Greißler und Gebetsräume für Männer und Frauen.

Zehn Jahre, nachdem das ehemalige Fabriksgebäude in der Dammstraße im 20. Wiener Gemeindebezirk von Atib gekauft wurde, bedarf es einer Renovierung und Erweiterung des Kulturzentrums, sagt Atib-Sprecher Nihat Koca. Im Frühjahr wurden die Pläne für die Aufstockung des ebenerdigen Gebäudes auf vier Ebenen eingereicht. Seminarräume für Deutschkurse und ein Kindertagesheim sollen dort untergebracht werden, ein laut Baubehörde genehmigungsfähiges Projekt. "Es wird auf keinen Fall eine Moschee mit Minarett und Kuppel", setzt Koca sofort hinzu.

Gegen ebendies, "gegen die Errichtung einer Moschee in unserem Wohngebiet", wettert die FPÖ in Werbeeinschaltungen und auf Flugblättern, die in den vergangenen Tagen die "getarnte Eroberung Europas", unter anderem durch den Bau eines "islamischen Pilgerzentrums und Ausbildungshorts" in der Brigittenau, heraufbeschwor. "Gegen eine weitere Islamisierung der engeren und weiteren Heimat" spricht sich auch die Bürgerinitiative Dammstraße aus, die – unterstützt von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und auch der Bezirks-ÖVP – Donnerstagabend, zu Beginn des Ramadan, einen Protestmarsch veranstaltet, um Bezirksvorsteher Karl Lacina (SPÖ) eine Petition mit 4000 Unterschriften gegen den "Moschee-Bau" zu überreichen.

Angst vor "Eskalation"

"Es wird zu einer Eskalation kommen, wenn das islamische Zentrum ausgebaut wird", glaubt Hannelore Schuster, Sprecherin der Bürgerinitiative. "Es gibt jetzt schon zu viel Lärm", begründet sie. "Es geht in der Herrgottsfrüh los und dauert bis nach Mitternacht." Durch die Aufstockung würden über 1000 Menschen den Verein frequentieren, und das bedeute eine Einschränkung der Lebensqualität.

"Wir machen nichts, was stört", sagt hingegen Cetinkaya, der glaubt, dass "das Fremde die Leute ängstlich macht". "Die freie Religionsausübung steht nicht zur Debatte", betont Schuster. "Wir wären genauso dagegen, wenn die katholische Kirche ein Veranstaltungszentrum bauen würde." Dass ihnen wegen ihres Protests "ein Nazi-Vorwurf" gemacht wird, mache sie "sehr wütend". Die FPÖ und ÖVP wären die einzigen gewesen, die sich ihrem Anliegen angeschlossen hätten. Die FPÖ finanziere auch die Homepage der Bürgerinitiative (www.moschee-ade.at), bekennt Schuster freimütig.

Damit, dass auch die Bezirks-ÖVP zur Demo aufgerufen hat, ist VP-Landeschef Wissenschaftsminister Johannes Hahn nicht glücklich. Allerdings: "Wenn SPÖ-Sozialminister Buchinger Che Guevara verherrlichen darf, soll auch einem Bezirksvertreter Eigeninitiative erlaubt sein", lautet der knappe Kommentar aus dem Ministerbüro. Man müsse das Unbehagen der Bevölkerung ernst nehmen.(DER STANDARD Printausgabe 13.9.2007)

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René Monet
 
17.09.2007 15:26
...

Möglicherweise sind die demonstranten nur eine therapiegruppe von methatesiophobischen leuten.

nochwer
19.09.2007 23:35

so redet man nicht über Leute, die sich Sorgen machen um den Fortbestand unserer erfolgreichen Lebensweise.

ano xxo
17.09.2007 13:38
...na wenn das so ist,

...soll doch die gemeinde dem verein einen gleichwertigen grund zur verfügung stellen, wo die angst vor dem lärm und der horde an menschen die dort frequentieren werden unbegründet wäre...

mfg

ngo
14.09.2007 15:15
auch das ist eine realität

http://www.iqra.at/wien/SCon... artenIqra/

Des Postings Poster
 
21.10.2007 12:56

Falls Sie die Harmlosigkeit dieser Menschen aufzeigen wollten, ist es Ihnen bezüglich meiner Person gelungen.

Bilden Sie sich jedoch ernsthaft ein, daß diese Familienmenschen eine Bedrohung darstellen, kann ich nur hoffen das legt sich bald wieder. So viel Angst is net gesund.

Güle, güle Hojaç Bey!
 
20.09.2007 00:50
Was wollten Sie damit zeigen?

Herzige Wuzerln auf den meisten Fotos, zwischendurch ein paar Rauschebärte die in den Keller lachen gehen, aber die Kinder werden sich vor denen schon nicht fürchten.
Übrigens: ist dieser Kindergarten seitens der MAG11 gefördert, wissen Sie das? Und kennen Sie veilleicht die Förderrichtlinien der MAG11?

der paulek
 
19.09.2007 09:57
die realität ist:

auf den bildern sehen sie männer und frauen, buben und mädchen - manche menschen mit kopfbedeckung, manche ohne. macht nicht mehr angst, als jeder katholische kindergarten.

Panzer1
17.09.2007 09:34
Fasching, oder traurige Realität?

tiuri
 
16.09.2007 22:04
scheinbar ein islamischer kindergarten.

solange tausendmal mehr christliche kindergarten existieren, sehe ich kein argument gegen einen solche.

(ja klar kindergärten & schule sollen säkular sein, aber bei den wenigen muslimischen anzufangen und die christlichen stehen zu lassen, grenzt an heuchelei!)

doc w
15.09.2007 10:27

eine traurige realität,wenn man kinder schon mit kopftuch quält.

franz mann
14.09.2007 12:28
abschotten

schön, so für diese kulturzentrum einzutreten. nur die von allen herbeigeredete integration, wo bleibt die? wenn die türken ein haus aufstocken müssen, damit sie dort ihre kinder hinschicken können! und in der volksschule gibts dann plötzlich "sprachdefizite".

wie können so viele aufgeklärte menschen diese abschottungsstrategie auch noch verteidigen? nur weil strache auf der anderen seite steht? nicht gerade ein intelligenzbeweis!

ad vocem
14.09.2007 15:44
Wo hingegen ...

... die echt-österreichische Bevölkerung mit diesen Kindern natürlich bereitwillig über Kant, Hegel und Nietzsche philosophiert, wenn sie auf Spielplätzen oder in Parks aufeinandertreffen!

Nicht?

Paul Janson
20.09.2007 10:28

wurscht worüber die kinder "philosophieren". sie sollten es nur auf deutsch machen.

Chukche
15.09.2007 02:06

Mit Nietzsche? Sie sind ein fanatisierter Extremist! :)

detail
14.09.2007 14:28
apropos intelligenzbeweis

wer hat sich wann wo FÜR dieses kulturzentrum eingesetzt?
das thema war: GEGEN xenophobie, FÜR gleiche rechte für ALLE!
wie nennt man äußerungen wie z.b.: "wo der halbmond aufgeht, geht das goldene wienerherz unter", "Die Dammstraße soll so zu einem islamischen Pilgerzentrum werden." is doch schon etwas übertrieben, oder?
diese äußerungen stammen nicht von h.c., sondern von der bürgerinitiative, die auch die schließung des islamischen zentrums und die absiedelung an einen geeigneten standort AUSSERHALB des wohngebietes fordert. aber wohin? irgendwo, wo sie nicht sichtbar sind? wo die potentiellen besucher des zentrums NICHT wohnen?

politisch verfolgt
13.09.2007 20:36
das alte

langweilige standard-spiel: es wird nicht diskutiert, es wird nur diskreditiert. ist es echt so schwer zu sagen "ich habe eine vollkommen andere meinung, aber ich gönne dir deine"?
besonders seltsam, wie sogar poster systemfehler, mir vermittels seiner postings als eher links der mitte bekannt, sofort quasi zum nazi wird, wenn er es wagt, seine meinung kundzutun. finde ich mutig, stattdessen wird er lächerlich gemacht und anscheinend als verräter gesehen. echt arm. und gefährlich, denn demokratie lebt letztendlich vom dialog, und zwar mit allen. aber das muß ich den "wahren demokraten" hier ja sicher nicht erklären.

Owi l8
14.09.2007 09:18

Ich hab mich auf sein Posting vom 13.09.2007 06:52 bezogen. Diese Aussagen sind mit einem Altlinken nicht kompatibel. Wie immer man einen Altlinken auch definieren mag.

politisch verfolgt
14.09.2007 10:42
sie meinen das hier?

"In Steinwurfnähe dieses gibt es einen türkischen Club, bei dem das Vorbeigehen für Frauen kaum mehr möglich ist, weil die "Herren" dort bei ihren Treffen den Gehsteig blockieren."

warum herren in anführungszeichen steht, weiß ich nicht, aber warum soll der satz mit einem linken nicht kompatibel sein? finden sie nicht, daß sie in dem fall mit gewalt haare in der suppe suchen?

Owi l8
14.09.2007 11:46

"warum herren in anführungszeichen steht, weiß ich nicht"
Na ja, genau darum gings mir ja.

politisch verfolgt
14.09.2007 12:27
und was

meinen sie soll das großartig bedeuten?

Owi l8
14.09.2007 12:55

Sie wollen's nicht verstehen, oder?

politisch verfolgt
14.09.2007 14:09
sie könnens nicht erklären, oder?

Owi l8
13.09.2007 22:12

Wenn ein selbstdeklarierter Altlinker über Moslems spricht und dabei das Wort "Herren" in Anführungszeichen setzt, da kommen mir schon so einige Bedenken.

Heinrich Anzengruber
13.09.2007 23:58
Altlinker = Neurechter

Wir kennen das schon zur Genüge von Hans Magnus Enzensberger & Co. Ich tät sagen, es reicht einmal.

politisch verfolgt
13.09.2007 23:29
also

zwei anführungsstricherl (die ich übrigens nicht gefunden habe, ich hab extra nachgeschaut) als beweis dafür, daß er ein nazi ist? oder wenigstens ein übler rassist?
ja so schnell kanns gehen.

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