Gauß ist in Walhalla aufgenommen

22. September 2007, 18:32
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Büste des großen Mathematikers in deutscher Ruhmeshalle aufgestellt - letzter Neuzugang war Sophie Scholl im Jahr 2003

Donaustauf - Das mythische Walhalla war germanischen Kriegerhelden vorbehalten - seine irdische Entsprechung hingegen würdigt lieber Menschen, die sich Gewalt widersetzt haben: 2003 etwa war in der "Walhalla" von Donaustauf bei Regensburg eine Büste der während der Nazi-Diktatur hingerichteten Widerstandskämpferin Sophie Scholl aufgestellt worden, im kommenden Jahr soll die von den Nazis ermordete Philosophin und Ordensschwester Edith Stein (1891-1942) aufgenommen werden.

In diese sympathischere Form einer Ruhmeshalle fanden bislang 127 Menschen Aufnahme - eine Marmorbüste des Mathematikers und Astronomen Carl Friedrich Gauß ist seit Mittwoch die 128. ihrer Art. Normalerweise wird in dem tempelartigen Bau nur im Abstand mehrerer Jahre eine neue Büste enthüllt.

"Fürst der Mathematik"

Bayerns Staatskanzleichef Eberhard Sinner nannte Gauß bei der Enthüllung einen "genialen Geist, der die Wissenschaft um Lichtjahre voranbrachte". Er erinnerte daran, dass Gauß auch "als Fürst der Mathematik" bezeichnet worden ist. "Bei Gauß von großen, geradezu genialen Leistungen zu sprechen, ist keine rhetorische Übertreibung."

Der 1777 in Braunschweig geborene Carl Friedrich Gauß gilt als einer der bedeutendsten Mathematiker überhaupt, wichtige Entdeckungen machte er aber auch in den Bereichen Astronomie und Physik. Er selbst sagte einmal über sich, er habe eher rechnen als reden können. Große Teile seines mathematischen Schaffens, wie die Theorie der elliptischen Funktionen, wurden erst mit der Veröffentlichung seines Nachlasses bekannt. Gauß starb 1855 in Göttingen. (APA/dpa/red)

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