Neue heftige Erdbeben in Indonesien: Fünfte Tsunamiwarnung in 48 Stunden

13. September 2007, 19:38
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Auf Sumatra gab es bei Beben am Mittwoch bereits zehn Tote - Auch in Indien wurden Hotels und Strände vorsorglich evakuiert

Padang/Indonesien - Die indonesische Insel Sumatra ist auch heute am Donnerstag von zwei schweren Seebeben erschüttert worden. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte hatte das erste Beben die Stärke 7,8. Es war bis ins benachbarte Singapur zu spüren, wo Gebäude schwankten. Das Epizentrum heute lag rund 200 Kilometer nordwestlich von Bengkulu entfernt. Die indonesischen Behörden gaben heute eine zweite Tsunami-Warnung heraus. Es war die fünfte Warnung vor Riesenflutwellen innerhalb von 48 Stunden. Die indonesische Regierung hob eine vorsorglich herausgegebene Tsunami-Warnung nach rund einer Stunde wieder auf.

Zweites Erdbeben

Nach einem weiteren schweren Erdbeben der Stärke 6,4 in Indonesien haben die Behörden eine erneute Tsunami-Warnung ausgegeben. Die Erdstöße erschütterten diesmal die Nordspitze der Insel Sulawesi. Das Beben habe sich um 17.48 Uhr Ortszeit (11.48 Uhr MESZ) rund 290 Kilometer nordöstlich der Hafenstadt Bitungereignet. Das Gebiet liegt rund 2.700 Kilometer östlich vom Epizentrum des Erdbebens vom Mittwoch vor der indonesischen Insel Sumatra, bei dem mindestens zehn Menschen starben.

Hilfstrupps nach Aceh unterwegs

Die Informationen aus der Erdbebenregion sind wegen Kommunikationsproblemen noch spärlich. Präsident Susilo Bambang Yudhoyono orderte die Entsendung von Einheiten der Streitkräfte und der Polizei mit Hilfsgütern wie Medizin und Nahrungsmittel in das Erdbebengebiet an. Ein Team der Vereinten Nationen soll nach UN-Angaben von Banda Aceh im Norden von Sumatra aufbrechen, um sich ein Bild von den Schäden zu machen, wurde in einer Erklärung von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon in New York mitgeteilt.

Beben am Mittwoch mit Stärke 8,4

Schon am Mittwoch hatte ein Seebeben der Stärke 8,4 vor der Küste Sumatras vorübergehend Erinnerungen an die Tsunami-Katastrophe vom Dezember 2004 wachgerufen. Mindestens zehn Menschen kamen ums Leben, rund 200 wurden verletzt. Auf den ersten Erdstoß folgten zahlreiche Nachbeben mit einer Stärke bis zu 6,6.

In der Stadt Padang im Westen Sumatras sind mehrere Häuser eingestürzt. Die Bewohner der Stadt flohen in höher gelegene Gebiete. In der Hauptstadt Jakarta wurden Bürogebäude evakuiert. Das Tsunami-Warnzentrum der USA hat Alarm für den gesamten Indischen Ozean ausgelöst. Die Behörden einzelner Länder folgten: Nach Indonesien aktivierten die Regierungen von Sri Lanka, Indien und Malaysia den Tsunami-Alarmplan. Eine Tsunami-Warnung geht erst ab Beben der Stärke 6,5 aus.

Alarm auch in Indien

Auch die Sicherheitsbehörden in Bangladesch haben vor einem drohenden Tsunami an der Küste des Golfs von Bengalen gewarnt. Armee und Rettungskräfte brachten Tausende Menschen aus Küstendörfern in höher liegende Gebiete. Die Einwohner am Meer liegender Städte wurden aufgefordert, diese zu verlassen, teilten die Behörden am späten Mittwochabend mit. Auch in Indien wurden Hotels nahe möglicherweise betroffener Strände vorsorglich evakuiert.

Die indonesischen Behörden haben die Tsunami-Warnung am Mittwoch nach einigen Stunden wieder aufgehoben. Er hätte das Land schon erreichen müssen, erklärte der Chef des indonesischen Wetteramtes. Das Epizentrum des Bebens lag nach Angaben des Meteorologischen Amtes 159 Kilometer südwestlich von Bengkulu vor der Küste Sumatras. Die malaysischen Behörden riefen die Menschen dazu auf, von den Stränden fernzubleiben. Die Wellen hätten allerdings bereits nach einer Stunde Australien erreichen sollen. Sri Lanka und Indien wären nach rund drei Stunden betroffen.

Feuerring

Indonesien liegt über dem sogenannten "Feuerring" am westlichen Pazifikrand, einer Region mit starker vulkanischer und tektonischer Aktivität. Es war das am stärksten betroffene Land beim Tsunami von Dezember 2004. Weihnachten 2004 hat das Beben der Stärke 9 unter dem Meeresboden östlich von Sumatra den verheerenden Tsunami ausgelöst, der allein in der Provinz Aceh 170.000 Menschenleben forderte.(APA)

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    Die malaysischen Behörden riefen die Menschen dazu auf, von den Stränden fernzubleiben.

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    Straße nach dem Erdbeben am Mittwoch in Bengkulu in Indonesien

  • Hilfstrupps starten in Bengkulu in Indonesien

    Hilfstrupps starten in Bengkulu in Indonesien

  • In der Küstenstadt Padang auf Sumatra stürzten zahlreiche Häuser ein. Es gab schwere Nachbeben
    foto: /singgalang- muhammad fitrah

    In der Küstenstadt Padang auf Sumatra stürzten zahlreiche Häuser ein. Es gab schwere Nachbeben

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