Mobile Mädchenberatungsstelle tourt durch das Burgenland

20. September 2007, 18:50
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Niederschwelliges Kontaktangebot: Das MonA-Mobil bietet Infos und Hilfestellungen von Bildung über Sicherheit bis Verhütung

Mädchen für spezifische Angebote zu interessieren erfolgt am besten durch persönliche Ansprache und Beziehungsarbeit. Gerade im ländlichen Raum zeigt sich durch die fehlende Infrastruktur, dass viele Mädchen bei Sorgen und Problemen in ihrer Nähe keine mädchengerecht ausgebildeten Ansprechpersonen finden bzw. offizielle Beratungsstellen nicht in Anspruch nehmen. Sinnvoll ist es daher, dezentrale Angebote zu machen, wie es das MonA-Mobil macht: Es "tourt" durch das Burgenland und informiert sie über Themenbereiche von Bildung zur Verhütung.

Im Süden des Landes ist die mobile Mädchenberatungsstelle am 10. September gestartet, unterwegs wird sie bis zum 28. September sein. MonA-Mobil ist gewissermaßen der "verlängerte Arm" von MonA-Net, einem Online-Netzwerk, das vor allem Mädchen und junge Frauen im Burgenland anspricht, und kommt direkt zu den Hauptschulen. Diese aufsuchende Beratung soll Schwellenängste abbauen und Mädchen ein unkompliziertes und vertrauenvolles Kontaktangebot bieten.

Altersspezifische Angebote

Die Erreichbarkeit der Mädchen ist oft von spezifischen Altersstufen abhängig. Sehr offen für Mädchenarbeit sind 12- bis 14-Jährige. Mädchen ab fünfzehn Jahren sind bereits schwieriger anzusprechen, am ehesten noch mit einem beruflichen oder medizinischen Thema. Projektleiterin Jutta Zagler erklärt: "Die Mädchen unterliegen vielen Einflüssen, die sie teilweise überfordern. Die Medien propagieren ein bedenkliches Frauenbild, dem viele Mädchen nacheifern. Auch die immer früher einsetzende Geschlechtsreife ist ein großes Problem. Mental sind die Mädchen lange nicht so weit wie ihr Körper." Die Mädchen kämen unter Druck und glaubten, sie müssten sexuelle Erfahrungen machen – die sie gar nicht wollen – weil die Freundinnen diese angeblich auch schon gemacht hätten. "Hier setzen wir an. Wir stärken das Selbstbewusstsein der Mädchen und klären sie darüber auf, dass nur sie ganz alleine die Entscheidungs- und Definitionsmacht über ihren Körper haben."

Aber nicht nur die Sexualität sei ein großes Thema bei den Mädchen – ihre Probleme und Anliegen seien äußerst komplex. Es gehe um wichtige zukunftsweisende Entscheidungen, wie zum Beispiel die Berufswahl aber auch um gesundheitliche Fragen, so Zagler.

Mädchen seien im Alltag immer wieder mit Situationen konfrontiert, in denen es darum geht, die eigenen Grenzen wahrzunehmen und deutlich zu machen. Sie sprächen über alltäglichen Erfahrungen wie die, nicht ernst genommen zu werden, angerempelt und mit sexuellen Beschimpfungen (oft durch Gleichaltrige) konfrontiert zu werden, also auch verbale und körperliche Gewalterfahrungen. Hierbei erhielten Mädchen und junge Frauen oftmals keine Unterstützung von Erwachsenen und die Gewalt werde oft nicht als solche wahrgenommen.

So bietet das MonA-Mobil Beratungen zu Mädchenförderung in vielen Bereichen: zum Thema Sicherheit (Hilfe gegen Gewalt, Sicherheitstipps, Sicherheit im Internet, Schuldenfallen, Sexuelle Sicherheit und Aufklärung, Drogen), Verhütung, Mädchengesundheit (Essstörungen, Selbstverletzendes Verhalten) sowie Berufsinfos und -orientierung.

Sicherheitsratgeber für Mädchen

Im Rahmen von MonA-Mobil wird an die Mädchen und jungen Frauen auch ein Sicherheitsratgeber verteilt. Ergänzend dazu bietet die burgenländische Exekutive ein Sicherheitstraining für Mädchen an. Dieses soll dazu beitragen, die Selbstsicherheit ganz gezielt zu stärken und kreative Konfliktlösungsstrategien kennen zu lernen. Seit 1999 bietet das Landespolizeikommando Burgenland flächendeckend Selbstverteidigungskurse für junge Frauen an, die gemeinsam mit Frauenorganisationen ausgerichtet werden. Bei wirklichkeitsgetreu nachgestellten Szenarien soll durch Schulung von professionellem Verhalten sowohl das subjektive als auch das objektive Sicherheitsgefühl der Teilnehmerinnen gestärkt werden. Bis dato haben ca. 3.000 junge Frauen diese Kurse besucht.

Tourplan

21. September 8:00 – 12:00 Hauptschule Pinkafeld
24. September 8:00 – 10:30 Hauptschule Markt Allhau
24. September 11:00 – 13:30 Hauptschule Kohfidisch
25. September 8:00 – 12:00 Hauptschule Großpeterdorf
26. September 8:00 – 10:00 Hauptschule Rechnitz
26. September 10:30 – 14:00 Hauptschule Oberwart
27. September 8:00 – 11:00 Hauptschule Oberschützen
27. September 11:30 – 13:30 Hauptschule Stadtschlaining
28. September 8:00 – 10:30 Hauptschule Bernstein (red)

Link

MonA-Net

MonA-Net/MonA-Mobil wird aus Mitteln des Frauenbüros des Landes Burgenland, AMS und der Frauenservicestelle "Die Tür" finanziert, ist nicht kommerziell und wird redaktionell, medien- und sozialpädagogisch betreut.
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