Marktforscher: Erfolg von Windows Vista immer unwahrscheinlicher

21. September 2007, 12:44
275 Postings

Größte Abnehmer noch immer Computerhersteller - Fehleranfälligkeit größter Kritikpunkt für Unternehmen

In den USA lagen die Verkaufszahlen von Windows Vista - binnen der ersten sechs Monate - rund 60 Prozent unter jenen von Windows XP vor sechs Jahren. Das geht aus einem - noch nicht veröffentlichten - Bericht der NPD Group hervor, so Cnet. Nicht ganz so dramatisch sieht es für den finanziellen Ertrag aus, dieser ist nur 41, 5 Prozent niedriger als beim Vorgänger. Die jüngsten Ergebnisse spiegeln grundsätzlich das wieder, was sich auch schon in der ersten Woche der Einführung abgezeichnet hatte. "Es läuft einfach nicht gut", wird ein NPD-Mitarbeiter zitiert.

PC-Hersteller

Das Marktforschungsunternehmen führt die niedrigen Verkaufszahlen darauf zurück, dass äußert wenige Kunden das Betriebssystem einzeln erwerben, die meisten würden zusammen mit Komplett-PCs verkauft. Rund 80 Prozent der Abnahmen erfolgten durch Computerhersteller. Im Jahr 2001, zur Einführung von Windows XP, wurden 128 Millionen Fertig-PCs verkauft, letztes Jahr war diese Zahl allerdings fast doppelt so hoch, wie das Marktforschungsunternehmen Gartner Research berichtet. Das Problem sei dabei, dass kaum ein Unternehmen auf Windows Vista zurückgreife, der Großteil warte das erste Service Pack ab, dann würde man updaten.

Offiziell

Unterdessen wurde Cnet neugierig und fragte beim US-amerikanischen Firmensitz von Microsoft persönlich nach den Verkaufszahlen. In einem Statement aus Redmond hieß es, dass man einen Bericht, der dem Unternehmen nicht vorliege, nicht kommentieren könne. Mitgeteilt wurde lediglich, dass die Firma im Sommer über 60 Millionen Lizenzen für Windows Vista verkauft habe. Des Weiteren sei sich der Konzern sicher rund doppelt so viele Lizenzen des neuen Windows an Unternehmen - innerhalb des ersten Jahres - verkaufen zu können. Unter anderem wurden in dem Zusammenhang Citigroup, Charter Communications, Infosys und Continental Airlines genannt.

Apple-Zuwachs

Deutlich besser hingegen machen sich Microsofts neue Office Produkte. Die aktuellen Verkaufszahlen des neuen Office sind in etwa doppelt so hoch als jene der vorgehenden Version. Im Vergleich zu den Verkäufen der Vorgänger-Version, zur Markteinführung, waren die Verkäufe von Jänner bis Juni 59,6 Prozent höher. Dabei ist allerdings zu beachten, dass die Anzahl an Verkäufen von Office 2003 stets zunahm. Der Spezialist der NPD fuhr fort, dass rund 20 Prozent aller verkauften Office für Apples Mac-Systeme waren. Dies sei auf die steigende Anzahl an neuen Mac-Usern zurückzuführen. Der Unterschied sei dabei, dass man die Windows-Version eines Programms auch nach einem System-Update weiter verwenden könnte. Wechselt man aber die Seiten, so könne die alte Software auf dem neuen Betriebssystem nicht mehr verwendet werden.

Werbung

Dass sich das neue Windows nicht so gut verkauft sei, in Bezug auf Privatanwender, auf abgeschwächte Werbeoffensiven zurückzuführen. Apple würde etwa mit speziellen Key-Features auf sich und ein neues Produkt aufmerksam machen, das sollte Microsoft auch tun. Die Änderungen im Betriebssystem seien oftmals zu komplex um vom Anwender selbst erkannt zu werden, es müsse Aufklärungsarbeit geleistet werden.

Obwohl Windows XP Verkäufe erst nach mehreren Monaten ihren Höhepunkt erreichten bedeutet das nicht, dass Vista das selbe Schicksal erfahren wird. Es wäre zwar durchaus möglich, dass Endanwender mit der Zeit auf das neue System upgraden, doch könnte es auch anders kommen. Es sehe immer mehr danach aus, dass die Zukunft nicht das erbringen wird was sich Microsoft so sehnlich wünscht. (red)

  • Artikelbild
Share if you care.