VMware: Wohin bloß mit dem ganzen Geld?

12. September 2007, 13:50
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Durch Börsegang wurden die Kassen gefüllt, nun sollen andere Unternehmen zugekauft werden - Hypervisor macht nur mehr einen kleinen Teil des Umsatzes aus

Dass sie am Erfolg ihres Unternehmens gezweifelt hat, kann man VMware-Chefin und Mitgründerin des Unternehmens, Diane Greene, nun wirklich nicht unterstellen. Trotzdem: Wenn sie bei einem Presse-Briefing im Rahmen der Virtualisierungskonferenz VMworld über den Boom für die gesamte Branche - und ihr Unternehmen im speziellen - spricht, klingt das schon mal so, als könnte sie das alles selbst noch nicht ganz begreifen.

Launch

"Vor einem Jahr haben wir noch davon gesprochen, dass Virtualisierung zum Mainstream wird. Mittlerweile reden wird bereits von der Virtualisierungsdindustrie, streicht die CEO von VMware die rapiden Veränderungen heraus. Erst unlängst hatte das Unternehmen mit dem eigenen Börsegang eindrucksvoll bewiesen, wie stark die allgemeine Aufmerksamkeit für Virtualisierung mittlerweile ist, immerhin legte man den besten Start seit Google hin

Preis

Die Aktie stieg am ersten Tag von 29 auf 51 US-Dollar. Mittlerweile ist man bereits bei 76,76 US-Dollar angekommen. Der Marktwert von VMware beläuft sich damit aktuell bereits auf 25,5 Milliarden US-Dollar, womit man bereits der viertgrößte öffentlich gehandelte Softwarehersteller ist - geschlagen nur von Microsoft, Oracle und SAP. Bekannte Namen wie Adobe hat man hingegen bereits hinter sich gelassen.

Plus

Der Erfolg zeigt sich auch aktuell wieder: Im Gefolge der neuen Produktankündigungen von Montag hat die Aktie von VMware um 10,6 Prozent zugelegt. Vor allem die Vorstellung des ESX Server 3i, der den VMware-Hypervisor direkt auf die Hardware bringt, und die dazu gehörigen Deals mit großen Hardwareherstellern, wurden äußerst positiv aufgenommen.

Übernahmehunger

Ein Erfolg, der natürlich auch frische Möglichkeiten auftut, beim Börsegang sind schließlich von einem Tag auf den anderen rund 1,1 Milliarden US-Dollar in die Kassen des Unternehmens gespült worden. Neben der Rückzahlung von Schulden an das Mutterunternehmen EMC will man dieses Geld künftig vor allem in die Übernahme von Firmen, mit denen man das eigene Produktportfolio weiter verbessern bzw. erweitern kann, stecken. Eine größere Übernahme sei hingegen zumindest derzeit nicht geplant versichert Greene.

Hyper

Doch nicht nur die Finanzsituation auch, das eigene Business verändert sich rasch: Mittlerweile würde der allergrößte Teil des Geschäftes - rund 80 Prozent - nicht mehr mit dem Hypervisor selbst gemacht. Man sei mit der Entwicklung von Produkten rund um die Kerntechnologie äußerst erfolgreich gewesen, zeigt sich die VMware-Chefin zufrieden.

Nicht mit mir

Trotzdem habe man derzeit keine Pläne für die Unterstützung der Hypervisor anderer Hersteller: "Unser Hypervisor ist mit seiner Funktionalität der Konkurrenz so weit voraus, dass so ein Schritt derzeit keinen Sinn machen würde". Explizit verweist sie dabei auf Microsofts 2008 kommenden Hypervisor "Viridian", der zumindest anfänglich keine Live-Migration von virtuellen Maschinen erlauben wird. Ein Feature, dass aber rund 60 Prozent der eigenen BenutzerInnen einsetzen, wie man aus eigenen Erhebungen weiß. (Andreas Proschofsky aus San Francisco)

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    foto: andreas proschofsky
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