Biodiesel könnte gar nicht "bio" sein

16. September 2007, 18:53
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OECD sieht Gefahr, dass Biodiesel der Umwelt noch mehr schaden könnte als mineralischer Diesel

Paris - Der verstärkte Einsatz von Biodiesel könnte der OECD zufolge der Umwelt mehr schaden als nutzen. Zudem bestehe die Gefahr, dass dadurch die Lebensmittelpreise in die Höhe getrieben würden, hieß es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

"Biodiesel könnte ein Heilmittel sein, dass schlimmer ist als die Krankheit, die es heilen will." Wenn man die Säuerung der Böden, den Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden und den Verlust von Biodiversität in Betracht ziehe, könne der Einsatz von Ethanol und Biodiesel für die Umwelt schädlicher sein als der von Benzin und mineralischem Diesel, erklärte die OECD.

OECD: Subventionen kürzen

Die Organisation rief die Regierungen daher dazu auf, ihre Subventionen für die Branche zu kürzen. Stattdessen solle die Erforschung anderer Technologien gefördert werden, welche keine Konkurrenz für die Lebensmittelproduktion darstellten.

Biodiesel wird vor allem aus Getreide, Ölsaaten und Zucker hergestellt. Nachdem die Preise für landwirtschaftliche Güter zuletzt gestiegen waren, wurde neben anderen Faktoren wie geringeren Erträgen unter anderem die steigende Produktion von Biodiesel dafür verantwortlich gemacht. Auch die OECD hatte bereits im Juli vor einer "Lebensmittel-gegen-Treibstoff"-Debatte gewarnt. (APA/Reuters)

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    foto: obs/ufop e.v.'
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