Grüne Erde wächst in Deutschland

11. September 2007, 17:42
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Das oberösterreichische Unternehmen verstärkt seine Position im Nachbarland

Wien – Am kommenden Wochenende fällt der Startschuss für die "Nachhaltigen Wochen 2007", die ökologischer und sozialer Verantwortung beim Einkaufen gewidmet sind. 28 Handelsketten mit 8000 Filialen in Österreich, beteiligen sich heuer an der Aktion. Sie läuft bis 15. Oktober. Mit von der Partie ist auch das Unternehmen Grüne Erde. Der Produzent von Naturholzmöbeln, Matratzen, Wohntextilien, Accessoires und Naturkosmetika mit Sitz in Scharnstein (Oberösterreich) sieht sich selbst seit der Gründung 1983 als Vorzeigeunternehmen in Sachen Ökobewusstsein. "Unser Fokus liegt bei allem, was wir tun auf einer ökologischen Firmenphilosophie", sagt Geschäftsführer Reinhard Kepplinger. Die Kriterien bei der Auswahl der Rohstoffe wären streng geregelt, betont er. Dazu gehörten möglichst kurze Transportwege, keine Petrochemie, nachwachsende Rohstoffe, umweltfreundliche Energie, menschenwürdige Arbeitsbedingungen. Da Grüne Erde ohne Kunststoff auskomme, sei man auch nicht vom hohen Ölpreis abhängig. Auch rasant teurer werdende Rohstoffe bereiten Kepplinger kein Kopfzerbrechen: "Wir kaufen fast ausschließlich in Europa, also von vornherein hochpreisig. Zu schaffen macht uns nur der Preisanstieg bei Biobaumwolle."

Präsenz in Deutschland Kepplinger weilt gerade in Berlin, wo heute, Mittwoch, das Einkaufszentrum Alexia am Alexanderplatz eröffnet. Grüne Erde hat hier einen Kosmetikshop mit 40 Quadratmetern und drei Mitarbeitern, um seine Präsenz in Deutschland zu verstärken. "Stagnation ist nicht lustvoll", so Kepplinger: "Wir wollen etwas vorantreiben, aber gesund wachsen, nicht um jeden Preis." Sieben Geschäfte betreibt die Firma bei den deutschen Nachbarn, vier sind es in Österreich.

Den Möbelmarkt unter Druck sieht der 50-Jährige dort, "wo nicht umgedacht, sondern billig und schlecht gearbeitet wird". Ökologisch handelnde Firmen seien durchaus erfolgreich. Seine Textillinie Terra Verde wird im oberösterreichischen Vorchdorf produziert, die Möbeltischlerei steht in Kärnten. 300 Mitarbeiter in Deutschland und Österreich erwirtschafteten in abgelaufenen Geschäftsjahr 2006/07 (per Ende Juli) rund 31 Millionen Euro. (Barbara Forstner, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.9.2007)

  • Grüne Erde, Nummer 15 am heimischen Möbelmarkt, setzt auf ökologisches Bewusstsein.
    foto: standard/grüne erde

    Grüne Erde, Nummer 15 am heimischen Möbelmarkt, setzt auf ökologisches Bewusstsein.

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