Zäh genug für's Weltall? Bärtierchen müssen rauf und raus

19. September 2007, 13:13
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Deutsche Forscher testen die Widerstandsfähigkeit der winzigen Tiere unter Weltraumbedingungen

Stuttgart - Sie sind weniger als einen Millimeter groß, haben acht Stummelbeinchen und leben in Wasser oder an feuchten Orten wie Moosen. Bärtierchen (Tardigrada) bilden einen eigenen Tierstamm, der mit dem Stamm der Gliederfüßer (Insekten, Spinnen usw.) verwandt ist. Und sie sind ausgesprochen zäh: Verschlechtern sich die Umweltbedingungen, wird es ihnen etwa zu trocken, so können sie verschiedene Arten von Dauerstadien einnehmen, um dann Jahre lang auf bessere Zeiten zu warten. Dabei überstehen sie nachweislich extreme Hitze weit über dem Siedepunkt, Kälte nahe dem absoluten Nullpunkt, Wasser- oder auch Sauerstoffentzug.

Ob die Widerstandsfähigkeit der Winzlinge auch für Weltraum-Bedingungen ausreicht, wollen nun deutsche Wissenschafter wissen: Stuttgarter Zoologen schicken Bärtierchen mit Hilfe eines von der Weltraumagentur ESA zur Verfügung gestellten Moduls ins All. Der Start soll am 14. September am kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur erfolgen.

Dabei kommt einiges auf die Tiere zu: Neben Hitze, Kälte und Vakuum auch die aggressive Strahlung außerhalb der schützenden Atmosphäre. Läuft alles nach Plan, sollen die Bärtierchen nach einem rund zwölftägigen Weltraumaufenthalt auf der Erde wiederbelebt werden. (APA/red)

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    foto: uni tübingen
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