Online Geld verdienen: MySpace & Co locken mit Provisionen

18. September 2007, 10:01
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User können Gegenstände an virtuellen Verkaufsständen anbieten

Unternehmen wie Buy.com und Lemonade bieten Mitgliedern von Social-Networks ab sofort die Möglichkeit mit ihren Online-Profilen Geld zu verdienen. Zu diesem Zweck können Nutzer auf ihren persönlichen Seiten virtuelle Verkaufsstände errichten, um gebrauchte Gegenstände zu verkaufen oder ihre Lieblingsprodukte weiterzuempfehlen. "Ich glaube das wird die Verkäufe ankurbeln", zeigt sich Gene Alvarez, Analyst bei Gartner, gegenüber der New York Times zuversichtlich.

Taschengeld

Nutzer können sich auf der Website von Lemonade registrieren und ihre Lieblingsprodukte aus einem etwa zwei Millionen Artikel umfassenden Katalog, der aus den Angeboten zahlreicher Händler wie iTunes oder Walmart besteht, zusammenstellen. Anschließend wird eine Slide-Show der ausgewählten Gegenstände in das persönliche MySpace- oder Facebook-Profil integriert. Ab diesem Zeitpunkt erhält der Nutzer für jede Person, die eines der Produkte anklickt, einen gewissen Betrag. Für abgeschlossene Verkäufe bezahlen die jeweiligen Händler Provisionen von fünf bis 15 Prozent des Kaufpreises. Man könne durch dieses System nicht reich werde, räumt Thomas R. Zawacki von Lemonade ein. "Aber wenn man 13- bis 25-Jährigen sagt, dass sie im Monat 15 bis 30 Dollar verdienen können, sind das großartige Neuigkeiten für sie", so Zawacki.

Werbung

"Mundpropaganda und persönliche Empfehlungen spielen in der Werbung eine große Rolle, da sie sehr tief in die Zielgruppe eindringen. Die Technik funktioniert vorallem in homogenen Zielgruppen, wie studentischen Communities, während ein sehr zerstreutes Publikum eher ungeeignet ist", erklärt Peter Drössler, Obmann des österreichischen Fachverbands für Werbung, im Gespräch mit pressetext. "Der Erfolg hängt aber stark von der Glaubwürdigkeit der Empfehlung ab. Wenn sich jemand durch sein Profil oder seinen Blog auf einem bestimmten Gebiet kompetent präsentiert, wird das eher förderlich sein, als wenn er einen bunten Mix der Produkte mit den höchsten Margen anbietet." Grundsätzlich seien derartige Strategien eine Ergänzung, aber kein Ersatz für herkömmliches Marketing. "Wenn die Angebotspalette stimmt, kann ein solches System funktionieren, aber ich halte es trotzdem eher für eine Nischenstrategie", so Drössler.

Studenten

Im Gegensatz zu Lemonade können Nutzer von Garage Sale ihr Angebot aus eigenen Waren zusammenstellen. Der Service des Unternehmens Buy.com bietet seit einem Monat die Möglichkeit gebrauchte Produkte weiterzuverkaufen. Der Anbieter übernimmt dabei die Abrechnung und behält fünf Prozent der Erlöse. "Bis jetzt haben wir hauptsächlich Handys und iPods gesehen", so Neel Grover von Buy.com. "Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf der Zielgruppe der Studenten." (pte)

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    screenshot: derstandard.at
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