Web 2.0 für Kids: Warner lockt mit Bugs Bunny & Co

20. September 2007, 10:06
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Experten-Meinung: Kommerzieller Hintergrund von Netzwerkplattformen nicht unproblematisch

Unter dem Namen T-Works plant Warner Bros. Entertainment im kommenden Frühjahr mit einer eigenen für Kinder konzipierten Online-Plattform in den Wettbewerb um die junge Zielgruppe einzusteigen. Ähnlich wie bei Disneys kostenpflichtigem Netzwerk Club Penguin sollen Mitglieder die Plattform nutzen können, um ihre eigenen Comic-Charaktere zu erstellen um dann miteinander zu interagieren. Das wirtschaftliche Potenzial der Zielgruppe ist hoch: Disney bezahlte Anfang August 700 Mio. Dollar für die Übernahme des zwölf Millionen Mitglieder umfassenden Club Penguin.

Kommerz

"Das ist eine Form von kommerzieller Kanalisierung, die für Kinder nicht erkennbar ist und deshalb von den Eltern wahrgenommen werden muss", so Medienpädagogin Ingrid Geretschlaeger im Gespräch mit pressetext. "Die Kinder werden über die von ihnen bewunderten Figuren eingefangen und auf Plattformen geführt, auf denen der Anbieter seine Produkte platziert. Leider gibt es hauptsächlich kommerzielle Plattformen und kaum kostenlose Angebote aus öffentlicher Hand, die relevante Dienste für Kinder anbieten, anstatt sie auszunutzen." Die monatliche Mitgliedschaft bei Club Penguin kostet 5,95 Dollar - ob T-Works kostenpflichtig oder wie hoch die Gebühr sein wird, ist bislang nicht bekannt.

Im kommenden April soll T-Works online gehen und Fans die Möglichkeit bieten, ihre eigenen Versionen von Comichelden wie Bugs Bunny oder Batman zu erstellen, sich mit fremden Avataren auszutauschen und die Figuren in andere Netzwerke wie MySpace oder Facebook mitzunehmen. "Unsere Untersuchungen haben ergeben, dass Fans im Internet bereits mit unseren Charakteren interagieren", so Bruce Rosenblum, Präsident der Warner Bros. Television Group. "Deshalb haben wir beschlossen eine möglichst vielfältige und intensive Umwelt für die Charaktere zu erschaffen."

Kommunikation

Die Nutzung von Social-Networking-Plattformen habe besonders bei Kindern erhebliche Auswirkungen auf das Kommunikationsverhalten, so Geretschlaeger. "Ihre Kommunikationsformen werden indirekter, während die direkte, verbale Kommunikation durch die Nutzung ebenfalls beeinflusst wird." Eltern sollten bei der Mediennutzung ihrer Kinder besonderen Wert auf Vielfalt legen, empfiehlt die Medienpädagogin. "Es ist wichtig, dass sich Kinder nicht auf eines dieser Netzwerke beschränken, sondern einen offenen, breiten Zugang haben", so Geretschlaeger abschließend gegenüber pressetext. (pte)

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    screenshot: derstandard.at
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