Virtualisierung soll den Enterprise-Desktop erobern

10. September 2007, 06:01
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Mit einer neuen Version des Virtual Desktop Managers sollen bisher dem Server-Bereich vorbehaltene Vorteile Einzug halten - VMware sieht großes Wachstums-Potential im Desktop-Umfeld

Ein stark wachsendes Interesse an Virtualisierung auch im Desktop-Bereich sieht der Virtualisierungsspezialist VMware: "Der Desktop verändert sich derzeit fundamental", so Jerry Chen, Senior Director für Desktop-Lösungen beim Unternehmen. "Unsere Kunden ändern mehr und mehr die Art, wie sie ihre Desktop-Infrastruktur aufbauen, weg von traditionellen PCs zu zentral verwalteten PCs, die effektiver verwaltet werden können".

VDM

Um diese Bedürfnisse besser abdecken zu können, hat man rechtzeitig zur am Dienstag in San Francisco startenden Hausmesse VMworld ein frisches Update für eines seiner Angebote angekündigt: Die Virtual Desktop Infrastructure (VDI) soll künftig dank einer neuen Version des Virtual Desktop Managers den Einsatz von virtuellen Maschinen als Desktops erheblich vereinfachen.

Verbindung

Die hinter der 2006 erstmals vorgestellten VDI ist, statt einer fixen Betriebssystem-Installation die BenutzerInnen automatisch mit auf einem zentralen Server installierten virtuellen Maschinen zu verbinden und diese Arbeitsumgebung anzubieten - auf welchem physischen Client man sich auch gerade befindet. Über IP-Adressen und andere Details müssen sich die UserInnen dabei keine Gedanken machen, um solche Details kümmert sich ohne weiteres Zutun die kommende Version 2 des VDM, die künftig Bestandteil der VDI ist.

Sicherheit

Die Verbindung wird per RDP hergestellt, die übertragenen Daten aus Sicherheitsgründen per SSL verschlüsselt. Auch die Authentifizierung mit Smart Cards oder RSA-Token ist integriert, ein lokal angehängter USB-Stick wird außerdem automatisch in den remote abgelegte virtuelle Maschine eingebunden.

Vergleiche

Vielen wird bei der Beschreibung der Begriff "Thin Client" in den Sinn kommen, mit der VDI soll man zusätzlich aber auch von den bereits aus dem Serverbereich gewohnten Vorteilen von Viritualisierung profitieren können: Vor allem die höhere Zuverlässigkeit, das flexiblere Management und die überlegenen Datenwiederherstellungsfähigkeiten nach einem Crash streicht VMware in diesem Zusammenhang heraus.

Templates

Ein weiteres Plus: AdministratorInnen können ohne großen Aufwand Templates anlegen, aus denen dann selbsttätig die einzelnen virtuellen Maschinen erzeugt werden. Auch kann der VDM 2 als Connection Broker darüber entscheiden, was mit einer virtuellen Maschine geschehen soll, wenn sich die BenutzerInnen ausloggen. Ob sie also "nur" suspendet werden soll, oder die Ressourcen gänzlich freigegeben werden.

Desktop

Gleichzeitig mit der Vorstellung von VDM 2, bekräftigt VMware, dass man für den Desktop-Bereich noch so einiges vor hat - kein Wunder prognostiziert IDC doch, dass 2011 bereits 2 Milliarden US-Dollar in diesem Markt umgesetzt werden sollen. Als Konsequenz daraus arbeitet man derzeit bereits mit mehr als 200 Partnerfirmen zusammen, um möglichst komplette Desktop-Virtualisierungslösungen abzuliefern.

Ausblick

Eine fertige Version des Virtual Desktop Managers 2 soll es noch vor Ende 2007 geben. Bis dahin bietet man ein Beta-Programm an. (Andreas Proschofsky aus San Francisco)

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    grafik: hersteller
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