Viele Geschäfte werden von Österreichern mit migrantischem Hintergrund geführt
Wien – Fast 16.000 Wiener Einzelunternehmer stammen nicht aus Österreich beziehungsweise haben eine ausländische Staatsbürgerschaft – und führen damit ein Drittel der Einzelunternehmen, wie eine von der Stadt und der
Wirtschaftskammer in Auftrag gegebene Studie des Instituts "L&R Sozialforschung" ergab.
Polen größte Gruppe
Dabei zeigte sich eine Konzentration auf die Sparten Gewerbe und Handwerk, Handel und den Bereich Information und Consulting, in denen jeweils ein Drittel der migrantischen Entrepreneure angemeldet sind. Während Unternehmer polnischer Herkunft, welche mit 29 Prozent die größte Gruppe ausmachen, vor allem im Baugewerbe tätig sind, sind Türken fast zur Hälfte im Handel aktiv.
Die meisten migrantischen Unternehmer haben ihre Geschäfte in den Bezirken 15, 16, 17 , 2 und 20. Vielfach arbeiten sie als Ein-Personen-Unternehmer: Die Beschäftigungsrate liegt im Schnitt bei 0,6 Mitarbeitern, jeder zweite Betrieb ist auf Familienangehörige angewiesen. Mittlerweile haben auch Wirtschaft und Politik das Potenzial der "ethnischen Ökonomien" für den Arbeitsmarkt entdeckt und mit Förderungen reagiert. (kri, DER STANDARD Printausgabe, 8./9.9.2007)