Wo Studenten gerne arbeiten würden

7. September 2007, 17:00
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European Student Barometer 2007 zu den Erwartungen Studierender. Diesmal im Fokus: die attraktivsten Arbeitgeber

Österreichs Studenten sind Optimisten. Zwar fühlen sie sich durch das Studium für die Anforderungen des Joblebens nicht unbedingt ausreichend vorbereitet, rechnen sich aber dennoch gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt aus.

62 Prozent der österreichischen Studenten rechnen nicht damit, dass es schwierig werden könnte, eine geeignete Stelle zu finden. Die durchschnittliche Zeitspanne bis zum Jobeintritt gaben die Österreicher mit 2,6 Monaten an. Der europäische Gesamtschnitt lag bei rund vier Monaten Bewerbungszeit. Neben einer ausgewogenen Work-Life-Balance waren die Erwartungen an potenzielle Arbeitgeber verhältnismäßig hoch gesteckt – Weiterbildungs- und Karrieremöglichkeiten machen den potenziellen Arbeitgeber erst attraktiv genug. So lauteten die ersten Ergebnisse des „European Student Barometer 2007“ des Berliner Trendence- Instituts, der größten Umfrage dieser Art in Europa (21.000 Studierende aus 18 Ländern und 400 Universitäten nahmen an der Studie für 2007 teil), die vergangene Woche im KarrierenStandard zu lesen waren.

Das populärste Ergebnis der jährlich unter rund 40.000 Studierenden in Europa durchgeführten Erhebung sei laut Trendence-Institut die Wahl der 100 europäischen Toparbeitgeber (Die Top Ten finden Sie rechts oben). Die begehrtesten potenziellen Arbeitgeber für Österreichs Studierende sind die BMW-Gruppe mit 29,1 Prozent Nennungen, gefolgt von Siemens (27,5 Prozent) und Porsche (15,5 Prozent). Aus dem gesamteuropäischen Blickpunkt führt IBM vor Microsoft und der BMW-Gruppe die attraktivsten Arbeitgeber für die Studierenden an. Die beliebtesten Branchen werden von den Bereichen „IT Hardware“ (48 Prozent), „Elektronik“ (30 Prozent) und „Gebrauchsgüter“ (25 Prozent) angeführt, gefolgt von „IT Software und Services“ (24 Prozent) sowie dem Automobilsektor (23 Prozent), so die Interessenverteilung unter den befragten Studenten. Überraschend niedrig fiel hingegen das Interesse der Befragten aus, in die Beratung zu gehen: Nur drei Prozent gaben an, im Consulting-Bereich tätig sein zu wollen. Ebenso wenige möchten im Telekommunikationssektor Fuß fassen. Weit abgeschlagen mit nur einem Prozent liegt der öffentliche Sektor als potenzieller Arbeitgeber für Studenten in Europa.

Mobilität: Lockruf der Ferne

Interessant sind die Ergebnisse hinsichtlich der Mobilität unter Österreichs Studenten. Die Frage, ob sie gerne im Ausland tätig sein möchten, beantworteten 75_Prozent der Österreicher mit Ja. Nur die Deutschen zieht es mit 86 Prozent noch stärker über die Grenzen hinaus. Der europäische Schnitt in Sachen Mobilität und Jobsuche im Ausland liegt hier bei 71 Prozent.

Was die Mobilität im eigenen Land betrifft, zeigen sich die befragten österreichischen Studenten wiederum weniger mobil: 16 Prozentwürden am liebsten in ihrer Heimatregion bleiben, 29 Prozent würden überall innerhalb der Landesgrenzen tätig werden wollen, und 38 Prozent zögen in ein anderes europäisches Land. Nur die Tschechen sind mit 18 Prozent noch heimatverbundener als die Österreicher, wobei Österreichs Studentinnen länderspezifisch und regional gesehen mobiler sind als ihre männlichen Kollegen.

Gute Verdienstchancen rechnen sich Österreichs Studierende allemal aus: Das durchschnittliche Wunschgehalt liegt bei 36.000 Euro im Jahr, wobei 24 Prozent der in Österreich befragten Studenten sich zwischen 31.000 und 35.000 Euro im Jahr einstufen würden (siehe Grafik oben). Dafür sind sie aber bereit, bis zu 45 Stunden in der Woche zu arbeiten. Der europäische Schnitt liegt hier bei rund 42 Stunden. (Heidi Aichinger, Der Standard, Printausgabe 08/09.09.2007)

Info:
Trendence
  • Erwartete Einstiegsgehälter.
    grafik: der standard

    Erwartete Einstiegsgehälter.

  • Die begehrtesten Arbeitgeber.
    grafik: der standard

    Die begehrtesten Arbeitgeber.

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