Mobilfunker wollen mehr Zeit für Handy-TV

1. Oktober 2007, 11:42
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Warnen vor "Monopolstellung" der ORF-Sendetechnik- tochter ORS - Medienministerin will Forderung prüfen

Die Mobilfunkbetreiber T-Mobile Austria, One und 3 fordern von Medienministerin Doris Bures (S) eine Verschiebung der Ausschreibung für Handy-TV. Konkret geht es um die Ausschreibung der Sendeplattform Mux, die Mitte September starten soll. Hintergrund: Für die Mobilfunker gibt es noch offene Fragen bei den technischen und finanziellen Rahmenbedingungen für Handy TV. Im Büro der zuständigen Ministerin sieht man keinen Anlass für eine Verschiebung des Ausschreibungsbeginns, räumt aber "Handlungsspielraum bei der Länge" ein, hieß es am Donnerstag.

Frist

Vorgesehen ist eine Ausschreibungsfrist von zwei Monaten. Für T-Mobile, One und 3 lasse diese Frist "zu wenig Zeit, um ein tragfähiges Geschäftsmodell zwischen Mobilfunkern, Programmveranstaltern und etwaigen Multiplex-Lizenznehmern zu entwickeln". One schließt weiters nicht aus, sich selbst als Plattformbetreiber zu bewerben - allerdings nicht im Alleingang. Man will aber vorher alle offenen Fragen geklärt wissen, sagte Unternehmenssprecher Florian Pollack der APA. Bei 3 möchte man wissen, was eine etwaige Mitbenutzung der Rundfunk-Sendeanlagen, die im Besitz der ORF-Sendetechniktochter ORS sind, kosten würde. Die ORS verweigere allerdings eine entsprechende Auskunft.

Sicher

Dass sich die ORS um die Mux-Lizenz bewerben wird, gilt als sicher. Bernhard Wiesinger, Regulierungsexperte von 3, warnte im Gespräch mit der APA vor einer "Monopolstellung" der ORS und betonte, solange die Rahmenbedingungen für weitere Bewerber nicht geklärt seien, könne es auch keine Konkurrenz zur ORS geben. Für T-Mobile-Sprecherin Andrea Karner ist klar, dass mit einer Verlängerung der Bewerbungsfrist die Wahrscheinlichkeit steigt, dass sich mehrere Unternehmen um den Betrieb der Plattform bewerben. "Dieser zusätzliche Wettbewerb wirkt sich positiv auf die Infrastrukturkosten und damit indirekt auf das Angebot für Endkunden aus."

Zeit

One verlangt daher, dass der Abschluss der Ausschreibung nicht vor Februar erfolgen darf, T-Mobile will eine Verlängerung der Frist auf mindestens vier Monate und 3 spricht sich für eine Verschiebung des Ausschreibungsstarts um mindestens zwei Monate aus. Das Büro der Medienministerin erklärte in einer Aussendung, die gewünschte Ausweitung der Ausschreibungsfrist "unter Einbeziehung der Mobilfunkbetreiber und unter Berücksichtigung des gemeinsamen Wunsches nach einer zeitgerechten Einführung von Handy-TV in Österreich zur Euro 08" prüfen zu wollen. (apa)

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