UN-Generalsekretär "erschüttert" nach Besuch von Darfur-Lager

25. Oktober 2007, 16:09
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Proteste gegen Ban Ki-moon - "Ich bringe euch die Botschaft von Hoffnung und Frieden" - mit Video

El Fascher/Sudan - UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat sich nach dem Besuch eines Flüchtlingslagers in Darfur erschüttert über die dortigen Lebensbedingungen gezeigt. Die Menschen hätten "von mir, von den Vereinten Nationen und der internationalen Gemeinschaft Hoffnung sehen wollen", sagte Ban am Mittwoch.

Er wurde von Tausenden im Lager Al Salaam willkommen geheißen. "Ich bin hier, um euch die Botschaft von Hoffnung, Frieden und Sicherheit zu bringen", sagte Ban. Die Armut der Menschen habe ihn erschüttert und demütig gemacht, erklärte der UN-Generalsekretär anschließend gegenüber Journalisten.

"Dauerhaften Frieden schaffen"

Die internationale Gemeinschaft müsse mehr für die Opfer des Konflikts in der sudanesischen Krisenregion tun. Die Flüchtlinge müssten in Sicherheit zurückkehren können. "Wir müssen hier dauerhaften Frieden und Sicherheit schaffen." Darüber werde er am Donnerstag mit dem sudanesischen Präsidenten Omar al-Bashir sprechen.

Zuvor hatte es auf einem UN-Gelände in al-Fasher einen Zwischenfall gegeben, als eine Gruppe von Männern und Frauen versuchten, in einen Raum einzudringen, wo Ban mit Vertretern aus drei Lagern sprach. Der Vorfall habe aus Sicherheitsgründen "ernste Sorgen" bereitet, sagte der UN-Generalsekretär.

Diplomatische Offensive

Ban hatte am Mittwoch, dem dritten Tag seines Besuchs in der afrikanischen Krisenregion, eine diplomatische Offensive angekündigt. "Ich werde den politischen Verhandlungsprozess vorantreiben", versprach er. Die zunächst stockend angelaufene Stationierung von 26.000 Friedenssoldaten der Afrikanischen Union (AU) sei inzwischen auf einem guten Weg, sagte Ban weiter. Deshalb sei es von entscheidender Bedeutung, dass Verhandlungen zwischen den acht wichtigsten Rebellengruppen und der sudanesischen Regierung in Gang kämen.

Dem Konflikt in der an den Tschad grenzenden Darfur-Region sind bisher 200.000 Menschen zum Opfer gefallen. 2,5 Millionen wurden zu Flüchtlingen, die in der kargen Region unter schwierigsten Bedingungen versorgt werden müssen. Seit seinem Amtsantritt Anfang dieses Jahres hat Ban die Lösung des Darfur-Konflikts zu einem seiner Schwerpunktthemen gemacht.

Sonderbeauftragter

Ban ernannte Ashraf Qazi zum neuen Sonderbeauftragten für den Sudan. Der pakistanische Diplomat hatte die Vereinten Nationen seit 2004 im Irak vertreten. Er soll die Nachfolge des Niederländers Jan Pronk antreten, der vor knapp einem Jahr von der Regierung Bashir des Landes verwiesen worden war. (APA/dpa/AP)

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