Der Boden der Tatsachen

13. September 2007, 19:53
posten

Wien-Connections, "Down to Earth": fünf Künstler der jüngeren Generation in der K 12 Galerie in Bregenz

Galerist Werner Marx, einst selbst Student an der Angewandten, lässt gelegentlich seine Wien-Connection spielen. Für "Down to Earth" lud er fünf Künstler der jüngeren Generation ein, alle so um die 30.

Christian Eisenberger, Judith Fegerl, Nikolaus Gansterer, Bernhard Hose und Fabian Seiz stellen je eines ihrer Objekte aus. Speziell erwähnenswert Die chinesische Nachtigall von Judith Fegerl und - als Kontrapunkt dazu - Kino von Fabian Seiz. Letzteres ist ein knapp mannshoher, grob gezimmerter Turm mit einem Ausleger, darin ein Loch, das eine "optische Wahrnehmung erfahrbar" machen soll. Doch solch eine Sensation stellt sich leider nicht ein, erfahrbar wird vorwiegend die schlechte Handwerksqualität, die Marx mit "Arte Povera" entschuldigt.

Ganz das Gegenteil der mechanische Vogelstimmenimitator der Judith Fegerl. Aus Kurbeln, Zahnrädern, Motoren, kleinen Blasebälgen und Pfeifen schuf sie ein technisch anspruchsvolles Wunderwerk, schön anzuschauen und anzuhören. Auch argumentativ fischt sie nicht im Trüben. Sie setzt sich in vielen ihrer Arbeiten mit dem Antagonismus Natur - Maschine auseinander und nimmt hier konkret Bezug auf ein Andersen-Märchen. Allein wegen der Chinesischen Nachtigall lohnt sich ein Besuch. (mh / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6.9.2007)

K12 Galerie Kirchstr. 12, A-6900 Bregenz. Bis 15. 9.

Link: www.k12galerie.at

  • Ein "mechanischer Singvogelstimmenautomat", die künstlerische Alternative zum Ladentür-Ding-Dong.
    foto: k 12 galerie

    Ein "mechanischer Singvogelstimmenautomat", die künstlerische Alternative zum Ladentür-Ding-Dong.

Share if you care.