Salzburger Bahnhofsviertel wird "sozial aufgewertet"

11. September 2007, 23:56
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Wahrzeichen des Viertels wird die neue Zentrale der Salzburger Gebietskrankenkasse - Bleibt noch der desolate Hauptbahnhof selbst

Anfang Oktober bezieht die Salzburger Gebietskrankenkasse offiziell ihre neue Zentrale beim Hauptbahnhof. Ein Einkaufszentrum, ein Hotel, Büros und sein neuer Bahnhof folgen - Von Thomas Neuhold

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Salzburg – Ziel sei "eine gute Durchmischung aller Nutzungen", damit das Bahnhofsviertel "sozial aufgewertet" werde. So beschreibt Michael Buttler vom Salzburger Amt für Stadtplanung im Standard-Gespräch die städtebauliche Idee, welche hinter der Neugestaltung des so genannten Postareals beim Salzburger Hauptbahnhof steht. Ideal wäre es, wenn der Bahnhofsvorplatz "24 Stunden am Tag bespielt wird".

Zentraler Punkt und quasi Wahrzeichen des Viertels wird die neue Zentrale der Salzburger Gebietskrankenkasse. Das "Servicezentrum Gesundheit", wie die Kasse ihr neues Zuhause nennt, soll als Dienstleistungszentrum für insgesamt 420.000 Versicherte dienen. Derzeit ist die Kasse in einem über fünfzig Jahre alten Haus im Andräviertel untergebracht. Wesentlicher Vorteil des neuen Gebäudes am Bahnhof: Von der Erreichbarkeit mit _Öffentlichen Verkehrsmitteln gibt es in ganz Salzburg kaum einen zentraleren Punkt. Gesamtkosten der neuen Gebietskrankenkasse, die am 1. Oktober offiziell ihrer Bestimmung übergeben wird: rund 43 Millionen Euro.

Salzburger Höhe

Um diese Summe erhalte man Salzburgs derzeit "modernstes Hochhaus", wie man bei der Gebietskrankenkasse betont. Wobei die Höhe des vom Salzburger Architekten Ludwig Kofler entworfenen, schlanken Turms eine relative Angelegenheit ist: Mit zwölf Stockwerken und 47 Metern hat man sich "Salzburger Dimensionen" angepasst und bleibt somit auch deutlich unter den 62 Metern des ebenfalls in Bahnhofsnähe gelegenen Hotels Europa.

Die Fassade des Kassenturms ist doppelschalig, der eigentlichen Fassade ist Glas vorgesetzt. Durch diesen Windschutz können die Fenster geöffnet werden; Klimaanlagen sind überflüssig. Für zusätzliche Kühlung beziehungsweise Heizung sorgen Wasserrohre, die in allen Mauerelementen verlegt werden. Diese "Bauteilkühlung" kühlt die Mauern, die entstehende Kühle wird an die Raumluft abgegeben.

Einkaufszentrum und Wohnungen

Mit der Krankenkassenimmobilie allein ist freilich die von der Stadtplanung angestrebte Aufwertung des Bahnhofsviertels nicht zu schaffen. Bis Ende 2008 soll am Postareal ein vom Spar-Konzern betriebenes Einkaufszentrum mit rund 10.000 Quadratmetern für bis zu 20 Geschäfte sowie ein Hotel mit 120 Betten entstehen. Ergänzt wird das Nutzungskonzept mit einem Komplex mit etwa einhundert Wohnungen und einer Tiefgarage mit 300 Stellplätzen.

Hauptbahnhof

Bleibt der desolate und den Verkehrsanforderungen nicht mehr gewachsene Hauptbahnhof selbst. Vorausgesetzt das vom Bund heuer präsentierte Infrastrukturkonzept hält, soll der Um- beziehungsweise Neubau spätestens 2014 abgeschlossen sein. Kernpunkt: Die einst als Grenzbahnhof konzipierte Anlage muss dringend für die geänderten Bedingungen einer grenzenlosen EU adaptiert werden.(Thomas Neuhold/ DER STANDARD Printausgabe 6.9.2007)

  • Architektonisch wird die neue Salzburger Gebietskrankenkasse des Salzburger Architekten Ludwig Kofler auf jeden Fall ein Wahrzeichen des Bahnhofsviertels
    visualisierung: standard/ gebietskrankenkasse

    Architektonisch wird die neue Salzburger Gebietskrankenkasse des Salzburger Architekten Ludwig Kofler auf jeden Fall ein Wahrzeichen des Bahnhofsviertels

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