Folgenreiche Asteroiden-Karambolage vor 160 Millionen Jahren

14. September 2007, 17:41
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Der Ursache für jenen tödlichen Impakt, der die Saurier aussterben ließ, dürfte geklärt sein: Eine Kollision zweier Asteroiden war wahrscheinlich der Auslöser

London - Das gewaltige Objekt hatte einen Durchmesser von zehn Kilometern. Und die Energie, die es beim Aufprall freisetzte, war in etwa zwei Millionen Mal stärker als die mächtigste Atombombenexplosion, die der Mensch bislang auf unserem Planeten zustande brachte.

Kein Wunder, dass der Einschlag des Meteoriten, der über der Halbinsel Yukatan im heutigen Mexiko niederging und den 180 Kilometer großen Chicxulub-Krater bildete, vor 65 Millionen Jahren ordentlich Staub aufwirbelte. Und zwar so viel, dass die Sonne für geraume Zeit vom Himmel verschwand.

Die Erde geriet dadurch in einen globalen Winter, was wiederum die Fauna und Flora nachhaltig veränderte. Und wahrscheinlich war der so genannte KT-Impakt (KT weil er zeitlich zwischen Kreidezeit und Tertiär gelegen ist) auch dafür verantwortlich, dass die Dinosaurier ausstarben.

Woher aber kam der gewaltige Brocken? Forscher aus den USA und Tschechien fanden nun eine wahrscheinliche Antwort, die noch einmal rund 100 Millionen Jahre vor dem tödlichen Impakt im Asteroidengürtel am Rande unseres Sonnensystems zurückgeht.

Wie William Bottke, David Vokrouhlicky und David Nesvorny vom Southwest Research Institute im US-Bundesstaat Colorado in der neuesten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature (Band 449, S. 48) nämlich behaupten, dürfte das Geschoß nämlich beim Zusammenprall zweier riesiger Asteroiden vor rund 160 Millionen Jahren entstanden sein.

Asteroid in Trümmern

Durch die gewaltige Kollision wurde der Asteroid Baptistina, der rund 170 Kilometer Durchmesser hatte, in Stücke gerissen - konkret: in rund 300 Bruchstücke von über zehn Kilometern Durchmesser und 140.000 weitere Brocken von über einem Kilometer Größe.

Einige dieser Trümmer haben sich laut dem Computermodell der Forscher über Jahrmillionen langsam aus dem Asteroiden-Gürtel gelöst und seien nach und nach in den Anziehungsbereich der Planeten geraten. Im Abstand von einigen Millionen Jahren schlugen die Teile des Asteriodenschauers dann auf der Oberfläche der Venus, des Mars sowie auf "unserem" Mond ein, wo sie gewaltige Krater hinterließen.

Und eines der Bruchstücke von Baptistina habe dann eben auch Kurs auf die Erde genommen - mit den eingangs geschilderten Folgen. (Klaus Taschwer/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6. 9. 2007)

  • Vor 160 Millionen Jahren am Rande des Sonnensystems: Der Asteroid Baptistina zerbirst in hunderte Teile. Eines davon wird später auf der Erde Staub aufwirbeln.
    illustration: don davis

    Vor 160 Millionen Jahren am Rande des Sonnensystems: Der Asteroid Baptistina zerbirst in hunderte Teile. Eines davon wird später auf der Erde Staub aufwirbeln.

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