"Möbel in allen Lebenslagen"

5. September 2007, 15:36
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Liechtenstein Museum präsentiert "rare Dokumente der Tischlerkunst aus vier Jahrhunderten" mit Werkstatt-Touch

Wien - "Möbel in allen Lebenslagen" zeigt das Wiener Liechtenstein Museum in einer Zwischenausstellung ab 7.9. Museumsdirektor Johann Kräftner erläuterte am Mittwoch bei einer Presseführung, man habe aus den fürstlichen Sammlungen "eine Blütenlese querfeldein zusammengetragen". Zu sehen sind bis 29.10. (Freitag bis Montag 10-17 Uhr) rund 50 Objekte aus der Zeit von der Renaissance bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts, ganz ohne Leihgaben. Ganz bewusst werden in der Ausstellung, "bei der man viel lernen und erfahren kann" die unterschiedlichsten Erhaltungszustände gezeigt.

Persönliche Führungen unterstützen den didaktischen Ansatz: So werde sich Kräftner unter dem Motto "Möbel von innen" (23.9., 7.10., 21.10., jeweils 11 Uhr) mit einen Schlüsselbund bewaffnen und das sonst verschlossene Innenleben der teilweise prunkvoll ausgeführten Möbelstücke offenbaren - Geheimfächer inklusive. Im Rahmenprogramm werden u.a. Vorträge von Restauratoren angeboten, für die Lange Nacht der Museen am 6. Oktober wird der Herkulessaal in eine große Tischlerwerkstatt umfunktioniert.

Prunkstücke und Restauratorenprobleme

Zu den Prunkstücken gehören etwa Barockmöbel und Tapisserien ausgestellt aus den Beständen der Residenz Feldsberg sowie aus dem Wiener Stadtpalais in der Bankgasse, Beispiele französischer Möbelkunst des 17. und 18. Jahrhunderts, darunter Stücke von André-Charles Boulle, der vor allem für Ludwig XIV. arbeitete.

Restauratorenprobleme werden öffentlich gemacht: Durch das Verleimen unterschiedlichster Materialien mit unterschiedlichsten Werkeigenschaften würden sich die Einzelteile mit der Zeit sehr verschieden verhalten und Wellungen und Verformungen verursachen. Etwa auch bei der Vergoldung von Bugholzsesseln aus der Werkstatt von Michael Thonet: Die Biegsamkeit der Lehne sverträgt sich nicht mit dem aufgetragenen Blattgold. (APA)

  • Peter Hubert Desvignes (1804–1883) zugeschrieben: 
Liegesessel aus der ehemaligen Ausstattung des Schlosses Feldsberg, um 1850
    foto: sammlungen des fürsten von und zu liechtenstein, vaduz – wien

    Peter Hubert Desvignes (1804–1883) zugeschrieben: Liegesessel aus der ehemaligen Ausstattung des Schlosses Feldsberg, um 1850

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