Deutsche Zelle laut Staatsanwaltschaft im Winter 2006 gegründet
Von Usbekistan über Pakistan und die Türkei nach Deutschland: Diesen Weg soll die "Islamische Djihad Union" genommen haben und nun für die „bislang schwerwiegendsten Anschlagsplanungen“ – so Bundesanwältin Monika Harms – in Deutschland verantwortlich sein. Bekannt ist nur wenig über diese Gruppe, die sich eigentlich zum Ziel gesetzt hat, die usbekische Regierung zu stürzen.
Entstanden sein soll sie, so berichtet der Spiegel, im Jahr 2002 als Absplitterung einer anderen Gruppe, nämlich der "Islamischen Bewegung Usbekistans". Sie wird für Anschläge auf die israelische und die US-Botschaft sowie auf das Büro des Generalstaatsanwalts in der usbekischen Hauptstadt Taschkent im Sommer 2004 verantwortlich gemacht, bei denen 47 Menschen getötet wurden. Das US-Außenministerium setzte sie im Jahr 2005 auf seine Liste ausländischer Terrorgruppen. Nach Angaben von Bundesanwältin Harms wurde die deutsche Zelle im Winter 2006 gegründet.
Was die usbekische Organisation nach Deutschland verschlagen haben könnte, ist weitgehend unklar. Wie der Spiegel berichtet, hätte sich die Gruppe in den vergangenen Jahren nach Pakistan orientiert, wo die drei am Mittwoch verhafteten Terrorverdächtigen auch in einem militärischen Trainingslager gewesen sein sollen. Innenminister Wolfgang Schäuble bestätigte bei seiner Pressekonferenz am Mittwoch, es habe direkte Kontakte gegeben mit Vertretern der Organisation in Pakistan, die die deutschen Djihadis darauf gedrängt haben sollen, bald zuzuschlagen. (sof, derStandard.at, 5.9.2007)