Ägypten, wie wir es nicht sehen

7. September 2007, 18:52
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"Alles klar?" - Zeitgenössische Kunst aus Ägypten zeigt das Künstlerhaus Salzburg

Schon vor 9/11 hatten hierzulande viele Menschen Probleme mit dem Islam und orientalischer Kultur. Das gilt erst recht nach den Anschlägen auf das World Trade Center und äußert sich auch abseits des Stammtisches oft in stereotypen Zuschreibungen, die letztlich vom Kolonialismus geprägt sind.

Gerade mit Bildern werden die tief verwurzelten Klischees permanent reproduziert. Was kann die zeitgenössische Kunst zum Diskurs zwischen den Kulturen beitragen? In der von Kuratorin Hemma Schmutz organisierten Ausstellung mit dem saloppen Titel Alles klar? stellen sich fünf ägyptische Gegenwartskünstler vor: Ghada Amer, Hala Elkoussy, Mahmoud Khaled, Maha Maamoun und Hamdi Attia. Die zentralen Fragen der Schau: Wie, wenn überhaupt, verarbeiten die ägyptischen Künstler westliche Kunststrategien? Wie reagieren sie auf gesellschaftliche und politische Spannungsfelder? Wird das subversive Potenzial von Kunst genutzt?

In Kairo und New York lebt Hamdi Attia, der Internet-Berichte zu Collagen montiert und so Mechanismen von Medienmanipulationen offen legt - beim New York Times-Kolumnisten wie dem ägyptisch-muslimischen Prediger. Wanderin zwischen Orient und Okzident ist auch Ghada Amer. In Kairo geboren, in Frankreich aufgewachsen und New York lebend, thematisiert sie auf ironische Art Geschlechterzuordnungen, indem sie bunte Hochzeitsbilder mit Stickereien überzieht. (dog /DER STANDARD, Printausgabe, 05.09.2007)

>> Künstlerhaus, Salzburg, (0662) 84 22 94. Di-So 12-19.00. Bis 9. 9.
  • "old lady no wall" von Hala Elkoussy: "Alles klar?" - zeitgenössische Kunst aus Ägypten.
    foto: kunstverein salzburg

    "old lady no wall" von Hala Elkoussy: "Alles klar?" - zeitgenössische Kunst aus Ägypten.

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