"Externes Management bleibt"

9. Oktober 2007, 13:27
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Immofinanz-Chef kaufte erstmals eigene Aktien um 1,7 Mio. Euro

Wien - Der Chef von Immofinanz und Immoeast, Karl Petrikovics, will am externen Management durch die Constantia Privatbank (auch diese wird vom ihm geleitet) festhalten. Gleichzeitig sieht er Handlungsbedarf bei den Dividendezahlungen.

Die bestehende Managementstruktur sei "zwar nicht billiger, aber auch nicht substanziell teurer", auf jeden Fall aber besser als eine hausinterne Lösung, verteidigte Petrikovics die Managementgebühr. Der Constantia bringt das jährlich 75 Mio. Euro. Intern gemanagte Gesellschaften wie etwa die CA Immo hätten eine niedrigere Rendite als die Immofinanz, sagte Petrikovics am Montagabend vor Journalisten.

Die Auszahlung von Dividenden werde für die börsenotierten Gesellschaften aber ein "Thema werden", glaubt der Immobilien-Experte, nachdem es in jüngster Zeit Kritik am Thesaurieren der Erträge gab. Die Immofinanz schütte bereits für das soeben zu Ende gegangene Geschäftsjahr 2006/07 aus.

Bei MEL "noch einiges aufzuarbeiten"

Zur Meinl European Land (MEL) sagte Petrikovics, er wünsche sich, dass die österreichischen Gesetze eingehalten werden. Im Immobilienindex IATX seien jedenfalls nur österreichische Firmen drinnen, die MEL nicht. Daher sei es "hoch interessant, dass MEL im Prime Segment der Wiener Börse notiert, was bei strenger Betrachtung nicht richtig ist, weil es Zertifikate und keine Aktien sind". Hier, so Petrikovics, werde noch einiges aufzuarbeiten sein.

Petrikovics, der sich bisher strikt geweigert hat, Aktien der von ihm gemanagten Gesellschaften zu kaufen, hat seine Meinung diesbezüglich geändert. Im August kaufte er auf Raten je 100.000 Stück von Immofinanz und Immoeast. Sein persönliches Gesamtinvestment: 1,7 Mio. Euro. Er begründete den Aktienkauf mit dem günstigen Kurs.

Die CA IB sieht indessen die heimischen Aktientitel fundamental nach wie vor unterbewertet. Vier Titel (CA Immo, CA Immo International, Immoeast und Conwert) werden zum Kauf empfohlen. "Wir glauben, dass es für Unternehmen, die in Südosteuropa, Russland und der Ukraine tätig sind, auch in den kommenden Jahren Aufwertungsgewinne geben wird", argumentierte CA-IB-Analyst Andreas Hodosi. Die Titel zeichneten sich durch eine konservative Kapitalstruktur, Engagement im lukrativen Development und nach wie vor Zugang zu Fremdkapitalquellen aus. (cr, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5.9.2007)

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